Irland Sinn-Fein-Chef ruft IRA zu Gewaltverzicht auf

Rhetorische Wende im Nordirland-Konflikt: Der Präsident der katholischen Partei Sinn Fein, Gerry Adams, hat die Untergrundarmee IRA zur Aufgabe des bewaffneten Kampfes aufgerufen. Die IRA gerät damit auch im eigenen Lager immer stärker unter politischen Druck.


Rhetorische Wende: Gerry Adams
AP

Rhetorische Wende: Gerry Adams

London - Die republikanische Bewegung müsse sich "vollständig zu politischen und demokratischen Aktivitäten verpflichten", sagte Adams am Mittwoch in seinem Wahlkreis in Belfast. Sinn Fein ist der politische Arm der IRA. Die Regierung in London begrüßte den Appell als "willkommen und bedeutend".

Adams räumte ein, dass er in der Vergangenheit das Recht der IRA zum bewaffneten Kampf verteidigt habe. Doch nun gebe es "alternative Mittel".

Sinn Fein steht unter Druck und hat in den vergangenen Monaten durch die kriminellen Aktivitäten der IRA politischen Schaden genommen. So wird der Untergrundorganisation zur Last gelegt, hinter einem Millionen schweren Bankraub in Belfast vom vergangenen Dezember zu stecken. Außerdem hatten IRA-Mitglieder im Januar einen katholischen Familienvater vor einer Bar in Belfast ermordet, was die Organisation auch die Sympathie vieler Katholiken in Nordirland kostete.



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