Ankunft in Frankfurt IS-Anhängerin in Deutschland gelandet

Mit einer Lufthansa-Maschine aus Erbil ist die deutsche Anhängerin des "Islamischen Staats" (IS) Laura H. in ihre Heimat zurückgekehrt. Die 30-jährige aus Hessen bleibt zunächst auf freiem Fuß.
Passagiermaschine auf dem Frankfurter Flughafen

Passagiermaschine auf dem Frankfurter Flughafen

Foto: Boris Roessler/ dpa

Am Samstagabend ist Laura H., die sich der Terror-Organisation "Islamischen Staat" (IS) in Syrien angeschlossen hatte, nach Deutschland zurückgekehrt. Begleitet von Beamten des Bundeskriminalamts (BKA) landete sie gegen 21 Uhr mit einer Lufthansa-Maschine aus Erbil auf dem Flughafen Frankfurt. Ebenfalls in der Maschine waren auch drei Kinder der 30-jährigen Frau aus dem Raum Gießen.

Laura H. war am Freitag aus dem Gefangenenlager al-Haul in Nordsyrien freigekommen. Nach wochenlangen Verhandlungen war es dem Auswärtigen Amt (AA) in Zusammenarbeit mit einer amerikanischen Hilfsorganisation gelungen, die Deutsche gemeinsam mit ihren Kindern aus dem Lager, in dem kurdische Sicherheitskräfte mehrere tausend IS-Anhänger interniert haben, zu befreien und sie in die nordirakische Stadt Erbil zu bringen.

Lager im syrischen al-Haul (Archivbild): Katastrophale Zustände

Lager im syrischen al-Haul (Archivbild): Katastrophale Zustände

Foto: Maya Alleruzzo/ AP/ DPA

Nach ihrer Rückkehr blieb die Deutsche, die 2016 nach Syrien gezogen war, zunächst auf freiem Fuß. Zwar ermitteln die Behörden wegen Mitgliedschaft in einer Terror-Vereinigung und der Vernachlässigung der Kinder gegen die Hessin. Für einen Haftbefehl aber reichten die bisher gesammelten Hinweise nicht, hieß es in Sicherheitskreisen. Allerdings wurde Laura H. noch am Flughafen der Pass entzogen und eine Ausreisesperre verhängt.

Mit Laura H. kamen auch ihre drei Kinder, eins davon wurde nach Erkenntnissen der Behörden in Syrien geboren, nach Deutschland zurück. Beamte des Jugendamts kontrollierten am Flughafen, ob die Kinder wohlauf sind. Zunächst soll sich nun eine enge Verwandte der IS-Anhängerin um die Kinder kümmern. Eins der Kinder hat die amerikanische Staatsbürgerschaft, da der Vater einen US-Pass hatte.

Laura H. war 2016 mit dem Amerikaner, der aus Somalia stammen soll, nach Syrien gezogen. Schon vor ihrer Ausreise sympathisierte sie nach Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden mit der salafistischen Szene in Deutschland. Zudem betrieb sie eine Art Onlineshop für orientalische und islamische Mode. In ihrem Sortiment führte sie teils modernere Kleider, aber auch viele Gewänder mit Vollverschleierung sowie Kopftücher für kleine Mädchen.

In dem sozialen Medien postete sie damals aber auch einen Spendenaufruf eines vermeintlichen Syrienhilfsvereins, der in Wirklichkeit zur Salafisten-Szene gehört und seit Jahren vom Verfassungsschutz beobachtet wird. Freundschaftsanfragen von Männern lehnte sie kategorisch ab. Ihr Mann soll später in Syrien getötet worden sein. Kurz darauf wurde Laura H. von kurdischen Sicherheitskräften festgenommen.

Laura H. selber will sich mittlerweile von der Ideologie des IS gelöst haben. Das jedenfalls berichtete sie den Beamten des BKA, die sie in Erbil bereits länger vernommen haben. Trotzdem wird sie in Deutschland mit einem Verfahren rechnen müssen, wenn die Behörden nachweisen können, dass sie in die Strukturen des IS eingebunden war.

Die Bundesregierung steht nach entsprechenden Gerichtsurteilenmassiv unter Druck, weitere Frauen von IS-Kämpfern aus dem Lager zu holen. Bisher argumentiert das Auswärtige Amt (AA), dies sei wegen der chaotischen Lage in Nordsyrien unmöglich.

mgb/wow/srö