Ägypten IS beansprucht Anschlag auf Kopten für sich

Bei einem Angriff auf koptische Christen starben in Ägypten 29 Menschen - nun hat die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) die Tat für sich reklamiert.

Trauernde Angehörige von getöteten Christen
AFP

Trauernde Angehörige von getöteten Christen


Die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) hat den Anschlag auf einen Bus mit koptischen Christen für sich beansprucht. Eine Gruppe des IS habe die Christen angegriffen, meldete das IS-Sprachrohr Amak am Samstag über das Internet.

Bei dem Anschlag hatten bewaffnete Männer am Freitag in der Nähe der ägyptischen Stadt Al-Minja einen Bus mit Christen angegriffen und mindestens 29 Menschen getötet. Den Sicherheitsquellen zufolge waren die Opfer auf dem Weg zu einem Kloster. Ägyptische Jets griffen danach mehrere Ziele in Libyen an, von wo die Täter gekommen sein sollen.

Ägyptens Christen waren bereits mehrfach Ziel von Anschlägen. Sie machen rund zehn Prozent der mehr als 90 Millionen Ägypter aus. Anfang April starben am Palmsonntag bei einem Doppelanschlag auf Kirchen in Alexandria und in Tanta mehr als 45 Menschen. Der IS reklamierte die Taten auch damals für sich.

Anfang Mai hatten die Extremisten mit neuen Attacken auf Christen gedroht. Muslime sollten Ansammlungen von Christen und Ausländern aus dem Westen meiden, warnte ein namentlich nicht genannter Anführer der Gruppe in einem Interview der IS-Publikation "Al-Nabaa". Er forderte Muslime auch dazu auf, Einrichtungen der ägyptischen Armee, Polizei und Regierung fernzubleiben.

joe/Reuters/AFP/dpa



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