IS-Terror Islamisten veröffentlichen neues Tötungsvideo

Mutmaßliche IS-Kämpfer haben offenbar erneut mehrere Menschen vor laufender Kamera ermordet und Videos der Hinrichtungen ins Internet gestellt. Bei den Getöteten soll es sich um äthiopische Christen handeln.


Die Terrorgruppe "Islamischer Staat" (IS) hat ein Video veröffentlicht, in dem vermummte Kämpfer mehrere Menschen ermorden, bei denen es sich um äthiopische Christen handeln soll. Die grausamen Szenen sollen sich in Libyen zugetragen haben.

Die etwa fünfminütige Sequenz ist Teil eines halbstündigen Videos, das am Sonntag im Internet auftauchte. Sie hat den Titel: "Die Anbeter des Kreuzes, die zur feindlichen äthiopischen Kirche gehören". Ein schwarz gekleideter Dschihadist hält vor der Ermordung der Männer eine Ansprache in englischer Sprache "an die Nation des Kreuzes".

Die Opfer sind auf zwei Gruppen an unterschiedlichen Orten - eine Wüstenlandschaft und eine Meeresküste - aufgeteilt. Mehrere Angehörige der ersten Gruppe werden aus kurzer Distanz von hinten erschossen. Mehrere Menschen der zweiten Gruppe werden an einem Strand mit Messern enthauptet. Die Opfer sollen in der ostlibyschen Provinz Barka und in der südlibyschen Provinz Fazzan getötet worden sein, heißt es in dem Film. Ihre genaue Zahl ist nicht bekannt.

Ähnliche Szenen wie bei der Ermordung ägyptischer Christen

Die Echtheit des Videos konnte zunächst nicht bestätigt werden. Es soll aber auf einem Kanal veröffentlicht worden sein, den der IS für offizielle Verlautbarungen benutzt.

In einem im Februar veröffentlichten Video hatten vermummte IS-Anhänger ebenfalls eine Reihe Männer an einem Strand entlanggeführt und dort enthauptet. Dabei hatte es sich um 21 koptische Christen aus Ägypten gehandelt, die als Gastarbeiter in Libyen waren. Auch in diesem Video hatte sich ein Sprecher an "die Nation des Kreuzes" gewandt.

In der Folge hatte Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi angekündigt, "die verbrecherischen Tötungen zu rächen". Die ägyptische Armee flog anschließend Luftangriffe gegen Stellungen des IS in Libyen.

Seit der Ermordung des US-Journalisten James Foley im Sommer 2014 hat der IS mehrere Videos von grausamen Tötungen veröffentlicht. Neben Enthauptungen wurden die Opfer auch bei lebendigem Leib verbrannt.

cht/dpa/AP/Reuters

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