Syrien Alliierte fliegen Luftangriffe nahe IS-Hauptstadt

Der Druck auf die islamistische Terrormiliz IS steigt: Kampfflugzeuge der US-geführten Allianz haben die Region um die IS-Hauptstadt Rakka bombardiert. Der türkische Präsident Erdogan fordert den Einsatz von Bodentruppen.

Britischer Tornado-Kampfjet: Luftangriffe auf "Islamischen Staat"
AFP

Britischer Tornado-Kampfjet: Luftangriffe auf "Islamischen Staat"


Rakka - Die von den USA geführte Allianz hat am Samstag erneut Luftangriffe auf Stellungen der extremistischen IS-Miliz in Syrien und im Irak geflogen. Erstmals waren dabei auch britische Kampfjets im Einsatz. Sie seien zum Angriff bereit, sollten geeignete Ziele identifiziert werden, teilte das britische Verteidigungsministerium mit. Erst am Freitag hatte das Parlament in London mit großer Mehrheit für Luftschläge gegen IS-Kämpfer im Irak gestimmt.

In der ostsyrischen Provinz Rakka seien mehr als 30 Explosionen zu hören gewesen, berichtete die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Es habe Opfer gegeben. Die gleichnamige Stadt Rakka dient den Extremisten als Hauptstadt ihres ausgerufenen Kalifats, das sich über die Grenze hinweg in weite Teile Syriens und des Irak erstreckt.

Auch in der syrischen Provinz Homs habe die US-geführte Allianz vermutlich Ziele angegriffen, berichtete die Beobachtungsstelle weiter. Im Visier waren den Menschenrechtlern zufolge auch mehrere Militärstützpunkte, die IS-Kämpfer unter ihre Kontrolle gebracht hatten. Darunter sei der Militärflughafen Tabka, wo zahlreiche IS-Kämpfer getötet worden seien. An den Bombardements waren auch Kampfflugzeuge aus Saudi-Arabien, Jordanien und den Vereinigten Arabischen Emiraten beteiligt.

Ohne Bodentruppen keine dauerhafte Lösung

Deutschland unterstützt unterdessen die kurdische Peschmerga-Miliz mit Waffen und bildet deren Kämpfer daran aus. Nach SPIEGEL-Informationen will die Bundeswehr am Montag mit dem Training an Gewehren und Panzerfäusten beginnen.

Auch der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sagte erneut Unterstützung im Kampf gegen den "Islamischen Staat" zu. Sollte es ein internationales Abkommen für eine Sicherheitszone für Flüchtlinge geben, könne auch die Türkei ihren Beitrag leisten. "Bei der Verteilung der Verantwortlichkeiten hat jedes Land seine Pflicht", sagte Erdogan der Zeitung "Hürriyet". "Was auch immer die Rolle der Türkei ist, die Türkei wird sie übernehmen."

Luftangriffe allein reichten nicht aus, sagte Erdogan weiter. Ohne Bodentruppen gebe es keine dauerhafte Lösung. Ähnlich hatte sich zuvor US-Generalstabschef Martin Dempsey geäußert. Für einen Sieg über den IS seien am Boden bis zu 15.000 Mann nötig.

Vor dem Vorrücken der IS-Extremisten sind viele Tausende Menschen in die Türkei geflohen. Auf türkischem Territorium an der Grenze zu Syrien schlugen erneut Geschosse ein, während sich IS-Kämpfer und kurdisches Militär Gefechte um die syrische Grenzstadt Kobane lieferten. Zwei Menschen wurden auf türkischer Seite verletzt.

ade/Reuters/dpa

insgesamt 41 Beiträge
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carolian 27.09.2014
1. Weit haben sie es in zwei Monaten gebracht
Vor 2 Monaten kannte sie kein Menschen und heute haben sie schon eine Hauptstadt. Hauptstadt von Hoax. Und die internationale Terrororganisation al CIAda ist in der gleichen Zeit spurlos verschwunden. In den Schreibtischschubladen der Spin doctors in Langley. Nur deutsche Journalisten glauben noch den Schmonzes und drucken alles, was aus dieser Agentur kommt.
bambus 27.09.2014
2. Heuchler
Erdogan hat bis in allerletzte Zeit die IS mit Waffen unterstützt, um Assad zu treffen. Wenn er jetzt vom Kampf gegen IS schwadroniert, ist er nicht ehrlich. Er will nur, das IS nicht über seine Grenze kommt, alles Andere ist ihm eher willkommen. Vor allem, wenn es zusätzlich den Kurden schadet.
Datenscheich 27.09.2014
3. Erdogan...
...sollte geflissentlich schweigen, denn erst seine nicht tolerierbare Außenpolitik - und sein Verrat gegenüber Assad (das Ehepaar Erdogan hatte mit dem Ehepaar Assad gemeinsamen Urlaub gemacht!!) - hat zum Erstarken der ISIS bzw. IS geführt. Ich hoffe sehr, daß ihn sein Volk dafür zur Verantwortung zieht.
melea 27.09.2014
4. NATO - Mitglied Türkei MUSS mitkämpfen gegen IS!
Wo ist die Türkei mit ihrem allgegenwärtigen Militär? Die USA fliegen seit dem 8 August bereits Lufteinsätze gegen IS, dennoch sind die Islamisten weiterhin auf dem Vormarsch und bedrohen nun Kobani an der Türkischen Grenze. Das NATO - Mitglied Türkei hat IS immer und von Beginn an unterstützt, denn Diktator und Präsident Tayyip Erdogan will seinen "neuen" Feind Assad weghaben, früher waren die Zwei beste Freunde. Das ist eine persönliche Angelegenheit, daher sind die Türken jetzt an ihrer Grenze gegebüber IS Kämpfern "neutral", auch wenn Menschenleben auf dem Spiel stehen.
Lea S. 27.09.2014
5.
Zitat von carolianVor 2 Monaten kannte sie kein Menschen und heute haben sie schon eine Hauptstadt. Hauptstadt von Hoax. Und die internationale Terrororganisation al CIAda ist in der gleichen Zeit spurlos verschwunden. In den Schreibtischschubladen der Spin doctors in Langley. Nur deutsche Journalisten glauben noch den Schmonzes und drucken alles, was aus dieser Agentur kommt.
Ja es ist schon seltsam, warum die internationale Presse plötzlich sogar von einer "Hautstadt" sprechen. So als sei es mittlerweile Konsenz dass die IS ein eigener Staat ist. Terrororganisationen haben keine Hauptstadt. Oder liegt der Plan doch ganz anders, als uns erzählt wird?
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