Kämpfe in Syrien Armee vertreibt IS-Milizen aus Palmyra

Die Milizen des "Islamischen Staates" mussten in Palmyra offenbar einen Rückschlag hinnehmen. Syrische Quellen melden, dass ihr Angriff zunächst abgewehrt werden konnte. Die Zahl der Todesopfer sei demnach höher als bislang bekannt.
Ruinen von Palmyra: Archäologen fürchten um das Welterbe

Ruinen von Palmyra: Archäologen fürchten um das Welterbe

Foto: JOSEPH EID/ AFP

Im Kampf um die antiken Stätten von Palmyra haben die syrischen Behörden einen Erfolg gegen die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) gemeldet. Der Angriff des IS sei zurückgeschlagen, die Miliz habe sich wieder aus dem nördlichen Teil der Stadt Tadmur zurückgezogen, sagte Provinzgouverneur Talal Barasi der Nachrichtenagentur AFP.

Nachdem die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Samstag zunächst die Eroberung von Gebieten im Norden von Tadmur durch die Dschihadisten gemeldet hatte, in deren südwestlichen Stadtgebieten die antiken Stätten von Palmyra liegen, sprach der Provinzgouverneur von einer "gescheiterten" Offensive des IS.

Bei den Kämpfen seien "mehr als 130 Dschihadisten" getötet worden. Die Beobachtungsstelle sprach dagegen von 23 regierungstreuen Kämpfern und 29 IS-Kämpfern, die bei den Gefechten ums Leben gekommen seien. Die Organisation bestätigte, dass die Islamisten zurückgeschlagen worden seien, allerdings hielten sie weiter eine Ortschaft nördlich von Palmyra.

Der Chef der syrischen Altertümerverwaltung, Maamoun Abdulkarim, sprach von "guten Nachrichten". Die aus dem ersten und zweiten Jahrhundert stammenden Ruinen von Palmyra seien bei den Kämpfen in ihrem Umfeld nicht beschädigt worden, "aber das heißt nicht, dass wir jetzt sorglos sein könnten". Die Ruinenstadt gehört zum Unesco-Weltkulturerbe. Nach den Zerstörungen, die der IS in anderen antiken Stätten wie Nimrud und Hatra im Irak bereits anrichtete, fürchten Experten nun auch um den Bestand von Palmyra.

Palmyra, dessen Bauten griechisch-römische und persische Baukunst vereinigen, ist laut der Uno-Kulturorganisation Unesco eine Stätte von "überragendem universellem Wert".

Hinrichtungen bei Palmyra

Der IS hatte im Sommer vergangenen Jahres große Gebiete im Bürgerkriegsland Syrien und im Norden des Irak überrannt. In beiden Ländern werden die Dschihadisten am Boden von einheimischen Einheiten und aus der Luft von einer internationalen Militärallianz unter Führung der USA bekämpft. Am Mittwoch hatte der IS seine Offensive auf Palmyra begonnen, in deren Verlauf laut der Beobachtungsstelle auch mindestens 49 Zivilisten, darunter mehrere Kinder, hingerichtet wurden.

Bei einem nächtlichen Einsatz von US-Bodentruppen in Syrien töteten Spezialkräfte nach Angaben der US-Regierung unterdessen einen führenden IS-Kommandeur. Ziel sei es gewesen, bei dem Einsatz den IS-Anführer Abu Sayyaf festzunehmen. Er sei jedoch bei einem Schusswechsel mit den US-Spezialtruppen getötet worden, teilte das Weiße Haus am Samstag mit. Seine Ehefrau sei bei dem Einsatz festgenommen und eine von dem Paar offenbar als Sklavin gehaltene Jesidin befreit worden.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete dagegen nun, bei dem Einsatz seien 32 IS-Mitglieder getötet worden, darunter vier Anführer der Gruppe. Neben Abu Sayyaf habe es sich unter anderem um den "stellvertretenden Verteidigungsminister" und einen "Kommunikationsbeamten" der Dschihadistenmiliz gehandelt.

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Ruinen und Trümmer: Syriens zerstörtes Welterbe

Foto: ? Khaled Al Hariri / Reuters/ REUTERS
sto/AFP/Reuters