Ägypten IS-Ableger bekennt sich zu Anschlagsserie auf dem Sinai

Attentäter haben auf der Sinai-Halbinsel ägyptische Sicherheitskräfte angegriffen und dabei mindestens 20 Menschen getötet. Zu den Anschlägen bekannte sich der "Staat Sinai", ein Ableger des "Islamischen Staats".


Al-Arisch - Der ägyptische Ableger der Extremistenmiliz "Islamischer Staat" hat sich zu einer Serie von Anschlägen auf der Sinai-Halbinsel bekannt. Dem Staatsfernsehen zufolge kamen dabei auf der nördlichen Sinai-Halbinsel mindestens 20 Menschen ums Leben, 36 weitere wurden verletzt. Die Sendeanstalt nannte ab dem späten Donnerstagabend keine Opferzahlen mehr.

Die genauen Opferzahlen sind noch unklar. Die Agentur Reuters berichtet unter Berufung auf Rettungskräfte von 27 Toten. Ein Vertreter der Sicherheitsbehörden sprach gegenüber der dpa gar von 40 toten Sicherheitskräften.

Zu den Anschlägen bekannte sich eine Extremistengruppe, die sich bis vor kurzem Ansar Beit al-Makdis ("Unterstützer Jerusalems") genannt hatte. Anfang November schworen ihre Mitglieder dem IS-Anführer Abu Bakr al-Baghdadi die Treue. Jüngst benannte sich die Gruppe in Annäherung an den IS in Wilaja Sina ("Staat Sinai") um.

Auf einer vom IS für Mitteilungen genutzten Internetseite teilte die Gruppe mit, sie habe unter anderem eine Armeebasis angegriffen. Zudem habe sie acht Kontrollpunkte in al-Arisch, in der Stadt Rafah und in anderen Orten der Gegend attackiert.

Mindestens drei heftige Explosionen waren am frühen Donnerstagabend in der Stadt zu hören. Anschließend hallten Schüsse durch die Straßen. Nach Angaben von Armeesprecher Mohammed Samir wurden Einrichtungen des Militärs und der Sicherheitskräfte mit Autobomben und Granaten attackiert. Suchtrupps der Armee durchkämmten Al-Arisch auf der Suche nach Verdächtigen. In der Stadt gilt seit Oktober ein nächtliches Ausgehverbot.

Die Küstenstadt Al-Arisch liegt nahe der Grenze zu Israel. Seit dem Sturz des islamistischen ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi vor anderthalb Jahren durch das Militär haben Angriffe islamistischer Kämpfer auf die Sicherheitskräfte im Nordsinai stark zugenommen.

fab/dpa/Reuters



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