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28. September 2014, 12:36 Uhr

Schätzung der US-Regierung

Kampf gegen IS kostet eine Milliarde Dollar pro Monat

Der Militäreinsatz gegen die Terrororganisation "Islamischer Staat" wird richtig teuer: Washington rechnet pro Jahr mit Kosten in zweistelliger Milliardenhöhe.

Washington - Die US-Armee braucht für ihren Einsatz gegen den "Islamischen Staat" mehr Geld. Verteidigungsminister Chuck Hagel will den Kongress deshalb um zusätzliche Finanzen bitten. Sein Generalstabschef Martin Dempsey rechnet gar mit Finanzproblemen beim Kampf gegen den IS, der nach Schätzungen des Weißen Hauses bis zu drei Jahren dauern werde.

Der US-Haushaltsexperte Gordon Adams von der American University sagte, der Einsatz gegen den IS könne mit 15 bis 20 Milliarden Dollar pro Jahr zu Buche schlagen. Jim Haslik vom Forschungszentrum Atlantic Council erwartete nach eigenen Angaben ebenfalls Kosten in Höhe eines "zweistelligen Milliardenbetrags" pro Jahr.

Schon wegen der Ausweitung des Einsatzes auf Syrien kommen auf die USA enorme Kosten zu: Allein bei den ersten Angriffen am Dienstag feuerten die USA 47 "Tomahawk"-Raketen ab. Jede einzelne Rakete kostet etwa 1,5 Millionen Dollar. Der Einsatz der Hightech-Kampfjets F-22 "Raptor" kostet 68.000 Dollar pro Flugstunde.

Teuer sind nach Angaben von Todd Harrison vom Center for Strategic and Budgetary Assessments außerdem die Überwachungsflüge, die die Bombardierungen begleiten. Er sprach von einem "großen Gebiet", das überwacht werden müsse. Dem Pentagon zufolge gibt es derzeit allein im Irak täglich 60 Überwachungsflüge.

HRW meldet Tod von Zivilisten durch US-Angriff

Bei den Luftangriffen in Syrien wurden offenbar auch mehrere Zivilisten getötet. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) berichtet unter Berufung auf Augenzeugen, dass bei einem Angriff auf ein Dorf in der Nähe von Idlib sieben Menschen getötet worden seien - unter ihnen fünf Kinder. Der Vorfall habe sich bereits am Dienstagmorgen ereignet. Das Pentagon versprach Aufklärung. Allerdings sagte der Sprechers der Verteidigungsministeriums, John Kirby, es gebe "keine glaubwürdigen Berichte" für den Tod von Zivilisten.

Derweil verdichten sich die Hinweise, dass bei den US-geführten Angriffen hochrangige Führer der sogenannten Chorasan-Gruppe getötet wurden. Frühere Mitglieder der Islamistengruppe verbreiteten Tweets, in denen sie ihr Beileid für den Tod von Muhsin al-Fadli und Abu Jussuf al-Turki aussprachen. Beide gelten als Anführer der Gruppe, die nach Angaben der US-Regierung von Qaida-Veteranen in Syrien gegründet worden sein soll.

syd/AFP/dpa

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