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Jordaniens Königin Rania: "Mama und Ehefrau mit einem echt coolen Tagesjob"

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Appell an Araber Jordaniens Königin ruft zum Widerstand gegen den IS auf

Die jordanische Königin Rania fordert, dem "Islamischen Staat" entschieden entgegenzutreten. Die muslimischen Extremisten würden die arabische Welt als Geisel nehmen, warnt sie.

Abu Dhabi/Amman - So richtig deutliche Worte hat noch kein arabischer Staatsmann gegen die Fanatiker der Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) gefunden. Nun hat eine Frau gezeigt, wie es geht.

Jordaniens Königin Rania nutzte ihre Rede auf dem Mediengipfel in Abu Dhabi  am Dienstag zu einer Abrechnung mit den radikalen Islamisten, die nun im Nahen Osten und in Europa diskutiert wird. Der IS und andere Extremisten versuchten, die arabische Welt als Geisel zu nehmen und "ins dunkle Zeitalter" zurückzuführen, warnte Rania vor 600 Zuhörern.

"Sie greifen unsere Werte und unsere gemeinsame Geschichte an. Sie haben ihre Version der arabischen Geschichte, ihre Erzählung, ihre Helden - und der Rest der Welt hört ihnen zu", klagte die Königin. "Aber sie sind den allermeisten Arabern völlig fremd und verhasst - Muslimen und Christen gleichermaßen."

Rania erreicht Millionen Anhänger im Internet

Rania rief die Araber und Muslime auf, die sozialen Medien zu nutzen, um ein positiveres Bild von Region und Religion zu verbreiten. "Wenn wir nicht entscheiden, wie unsere Identität und unser Erbe aussehen sollen, werden die Extremisten das für uns erledigen", warnte die Monarchin.

Rania selbst ist auf Facebook und Twitter sehr aktiv. In beiden Netzwerken hat sie jeweils etwa 3,5 Millionen Anhänger. Die 44-Jährige präsentiert sich als moderne und emanzipierte Frau an der Seite ihres Ehemannes, König Abdullah II. von Jordanien. "Ich bin Mama und Ehefrau mit einem echt coolen Tagesjob", beschreibt sie sich selbst auf Twitter .

Über die sozialen Medien hat sich die Botschaft der Königin seit Dienstag weiter verbreitet. Viele Araber loben Rania dafür, dass sie der schweigenden Mehrheit eine Stimme gegeben und zugleich zu mehr Engagement gegen die Fanatiker aufgerufen habe.

Doch es gibt auch Kritik: Menschenrechtler weisen darauf hin, dass auch Jordanien religiöse Intoleranz schüre und Meinungs- und Glaubensfreiheit einschränke. Es ist Muslimen in dem Königreich zum Beispiel verboten, die Religion zu wechseln.

In Jordanien geht der Geheimdienst rabiat gegen Islamisten vor. Die Regierung fürchtet, dass der IS das Land bald schon angreifen könnte. Irakisch-jordanische Grenzübergänge befanden sich zwischenzeitlich bereits in den Händen der Dschihadisten. In mehreren Städten waren Banner auf den Straßen aufgetaucht, auf denen Jordanier die Terrormiliz bejubelten.

syd
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