"Abscheuliche Behandlung" Kerry verurteilt Versklavung jesidischer Frauen

Tausende Frauen und Kinder im Irak werden vermisst, viele von ihnen sind in grausamer Gefangenschaft des "Islamischen Staats". US-Außenminister John Kerry hat dies nun als "abscheuliche Behandlung" verurteilt.
US-Außenminister Kerry: "Absolut falsch"

US-Außenminister Kerry: "Absolut falsch"

Foto: POOL/ REUTERS

Washington - US-Außenminister John Kerry hat die Versklavung von Jesiden durch die Dschihadistengruppe "Islamischer Staat" (IS) als "abscheulich" bezeichnet. Der IS "rechtfertigt seine abscheuliche Behandlung dieser Frauen und Mädchen als von der Religion gebilligt." Das sei "absolut falsch", sagte Kerry.

Der IS vertrete nicht den Islam, so der Außenminister weiter. Die Gruppe repräsentiere das "Schlimmste der Menschheit". Kerry forderte die internationale Gemeinschaft dazu auf, das Verhalten des IS zu verurteilen. Insbesondere wenn die Opfer "entsetzlicher körperlicher und sexueller Gewalt" ausgesetzt würden.

Die Dschihadisten hatten zugegeben, gefangene Frauen und Kinder aus der Minderheit der Jesiden versklavt zu haben. Tausende werden vermisst. In einem englischsprachigen Propaganda-Blatt hieß es, dass dem IS ein Fünftel der Gefangenen zugesprochen worden sei - sozusagen als staatliche Kriegsbeute. So habe es schließlich schon der Prophet Mohammed bei seinen Eroberungszügen gehalten. Die restlichen Opfer seien unter den Männern verteilt worden, die an dem Feldzug gegen die Jesiden teilgenommen hatten.

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Bereits vor einem Monat hatte SPIEGEL ONLINE ausführlich über die Situation der verschleppten Frauen berichtet. Die ersten von ihnen wurden damals schon auf Märkten zum Kauf angeboten - als wären sie eine Ware. Der Menschenhandel dauert bis heute an. Die Gefangenen sollen für ihre "Käufer" putzen, kochen, waschen und andere Hausarbeiten erledigen. Viele der Sklavinnen werden zudem Opfer sexueller Gewalt.

bka/AFP
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