Kampf in Westsyrien 30 Wachleute offenbar bei IS-Offensive auf Ölfeld getötet

Beim Kampf um ein Ölfeld in der syrischen Provinz Homs sollen 30 regierungstreue Wachleute von der IS-Miliz getötet worden sein. Unterstützung für die kurdischen Kämpfer in Kobane ist unterwegs.

Peschmerga-Konvoi an der irakisch-türkischen Grenze: Auf dem Weg nach Kobane
REUTERS

Peschmerga-Konvoi an der irakisch-türkischen Grenze: Auf dem Weg nach Kobane


London - Öl- und Gasfelder sind wichtige Angriffsziele für die Terror-Miliz "Islamischer Staat" (IS), der Handel mit Öl eine Haupteinnahmequelle. Nun sollen bei einer Attacke auf ein Öl- und Gasfeld im Westen Syriens sind mindestens 30 regierungstreue Wachleute und Milizionäre getötet worden sein. Das meldet die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

Bei dem Angriff am Dienstag in Schaer in der Provinz Homs sei es den Dschihadisten gelungen, "einen Teil des Felds unter Kontrolle zu bringen", melden die Aktivisten aus London. Die Beobachtungsstelle stützt sich auf ein Netzwerk von Informanten in Syrien. Ihre Angaben sind kaum unabhängig überprüfbar.

Die IS-Kämpfer hatten das Gebiet erstmals bereits Mitte Juli erobert. Damals töteten sie rund 350 Soldaten und Anhänger des syrischen Regimes. Eine Woche später konnte die Armee jedoch einen Großteil des Gasfelds zurückerobern. Der IS kontrolliert in Syrien bereits mehrere Öl- und Gasfelder. Aus dem Verkauf der Rohstoffe finanzieren sich die Extremisten größtenteils.

Der Vormarsch der IS-Miliz auf große Gebiete im Norden des Iraks und im benachbarten Syrien dauert seit Wochen an. Vor allem in der Stadt Kobane versuchen kurdische Kämpfer zurzeit die Dschihadisten zu stoppen.

Zu ihrer Unterstützung sind Peschmerga-Kämpfer aus dem Irak auf dem Weg nach Syrien. Eine Turkish-Airlines-Maschine sei in der Nacht unter strengen Sicherheitsvorkehrungen in der südöstlichen Stadt Sanliurfa gelandet, sagte ein Reuters-Mitarbeiter. Laut Al Jazeera waren rund 80 Peschmerga-Kämpfer an Bord. Weitere 70 warteten demnach in einem Konvoi aus Jeeps und schweren Lastwagen beladen mit Waffen und Munition an der Grenze auf die Genehmigung, in die Türkei einfahren zu können.

Komplizierte Durchfahrt

Der Umweg über die Türkei ist kompliziert: Ankara hatte vergangene Woche zugestimmt, die etwa 150 Peschmerga-Kämpfer durch das Land reisen zu lassen. Laut der kurdischen Nachrichtenseite "Rudaw" gab es jedoch in den vergangenen Tagen Verhandlungen mit der Türkei, über welches Gebiet die Kämpfer verlegt werden. Die türkische Regierung sieht die Hilfe für Kurden in Kobane kritisch, weil die dortigen Volksschutzeinheiten mit der kurdischen Arbeiterpartei PKK verbunden sind. Diese ist in der Türkei als Terrororganisation verboten.

Das überwiegend von Kurden bewohnte Kobane (Arabisch: Ain al-Arab) liegt direkt an der türkisch-syrischen Grenze. Die IS-Terrormiliz kontrolliert bereits Hunderte Dörfer im Umland von Kobane. Am Dienstag flogen die USA und ihre Verbündeten weitere Luftangriffe gegen die Extremisten. Nahe Kobane seien vier Stellungen sowie eine Einheit des IS zerstört worden, teilte das Zentralkommando in Florida mit.

vek/AFP/Reuters/dpa

insgesamt 6 Beiträge
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rkinfo 29.10.2014
1. PKK muss sich reorganisieren
Die PLO oder IRA haben sich ja auch wandeln können. Sonst wird es schwer effizient Unterstützung für die Kurden zu leisten.
worldalert11 29.10.2014
2. IS gegen Assad-Regime
Das beste, was passieren kann, ist, wenn sich beide Gruppen, der IS und Assad-Regime, gegenseitig bekämpfen und schwächen.
2013hm 29.10.2014
3. Es gibt zwei Möglichkeiten
erstens; der Islamische Staat gewinnt den Krieg in Kobane (warum hat die Türkei einfach zugeschaut; die Kurden haben ihre Peschmerga-Leute hingeschickt, nun sind zigtausende tot)...zweitens, die Peschmerga gewinnen den Krieg (dann sind sie die Helden; die Türkei hat einfach zugeschaut)... Es ist eine interessante Aussenpolitik der Türkei.
mundi 29.10.2014
4. Gesetz
Zitat von 2013hmerstens; der Islamische Staat gewinnt den Krieg in Kobane (warum hat die Türkei einfach zugeschaut; die Kurden haben ihre Peschmerga-Leute hingeschickt, nun sind zigtausende tot)...zweitens, die Peschmerga gewinnen den Krieg (dann sind sie die Helden; die Türkei hat einfach zugeschaut)... Es ist eine interessante Aussenpolitik der Türkei.
Das Völkerrecht verbietet der Türkei, ohne Erlaubnis in einem anderen Land militärisch zu intervenieren.
SagIchDochImmer 29.10.2014
5. @mundi
Aber lesen können Sie schon, oder? Kein Mensch verlangt von der Türkei in Syrien einzumarschieren. Was (längst) verlangt wird ist die Nutzung der Militärbasen durch ihre "Nato-Partner", die Öffnung eines Korridors für Hilfslieferungen an die PYD, und vor allem die permanente Unterstützung ihrer Freunde vom IS endlich einzustellen. Und wenn sich dann noch Erdogan abgewöhnen könnte zu lügen sobald er das Maul aufmacht, tja dann wäre die Sache eigentlich schon perfekt. Ihre Soldaten können die Türken derweilen zu Hause lassen, die dürfen weiterhin mit Ihren Panzern auf die Rücken der Kurden zielen wenn sie wollen - müssten es aber nicht.....
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