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26. November 2014, 21:13 Uhr

Kampf gegen Terrormiliz IS

Russland setzt auf Assad

Die Regierung in Moskau hält im Kampf gegen den IS am Bündnis mit Syriens Machthaber Bashar al-Assad fest. Russlands Außenminister Lawrow kritisierte die "politisierte Haltung" der USA gegen Damaskus.

Damaskus/Sotschi - Die russische Führung baut im Kampf gegen den "Islamischen Staat" auf syrischem Territorium weiter auf die Unterstützung von Machthaber Bashar al-Assad. "Wir teilen die Ansicht, dass der entscheidende Faktor für die Situation im Nahen Osten die terroristische Bedrohung ist", sagte Russlands Außenminister Sergej Lawrow nach Gesprächen mit seinem syrischen Amtskollegen Walid al-Mualem und Präsident Wladimir Putin im russischen Sotschi. Russland werde Assad beim Kampf gegen den Terrorismus weiter unterstützen.

Von einem "guten Treffen" mit Putin sprach Syriens Außenminister Al-Muallim. Putin habe betont, den Kontakt mit dem syrischen Staatschef Baschar al-Assad fortsetzen zu wollen, sagte der Außenminister. Russland sei für sein krisengeschütteltes Land ein wichtiger strategischer Partner.

Erst vor rund zwei Wochen hatte Syriens Luftwaffe einen Angriff auf die von der IS beherrschte Region Al-Bab gestartet. Mehr als zwanzig Menschen starben nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte im Norden von Aleppo.

Russlands Außenminister monierte, dass Washington nicht gemeinsam mit der Regierung Assads gegen den "Islamischen Staat" vorgehe. Syrien habe einen "guten Willen" bei der Vernichtung ihrer Chemiewaffen gezeigt. Im Sommer waren die angeblich letzten Bestände syrischer Chemiewaffen vernichtet worden.

Als "unangemessen" bezeichnete er die "politisierte Haltung" der Amerikaner im Anti-Terrorkampf. Lawrow warnte Washington davor, unter dem Deckmantel der Terroristenbekämpfung einen Machtwechsel in Damaskus anzustreben. Zudem seien die Luftangriffe der US-geführten Koalition gegen den Islamischen Staat mit dem Völkerrecht nur schwer vereinbar.

Im Oktober hatte sich zunächst eine russisch-amerikanische Koalition im Kampf gegen die IS abgezeichnet - scheiterte aber schnell. Eine Zusammenarbeit sei nicht möglich, wenn "internationales Recht" gebrochen werde, teilte Lawrow wenig später mit. Ende September hatten die USA gemeinsam mit Verbündeten Luftschläge gegen die Terrormiliz IS auch in Syrien gestartet.

daf/Reuters/dpa

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