Kampf gegen IS Peschmerga kontrollieren Kobane

Kobane ist wieder unter Kontrolle der Peschmerga, die kurdischen Kämpfer haben den IS zurückgedrängt - das bestätigt das US-Militär. Die Terrormiliz unterlag zudem im Kampf um ein Ölfeld im Nordirak.
Kurdische Kämpfer in den Straßen von Kobane: Zu großen Teilen zerstört

Kurdische Kämpfer in den Straßen von Kobane: Zu großen Teilen zerstört

Foto: BULENT KILIC/ AFP

Washington/ Kirkuk - Das US-Militär hat die Rückeroberung der nordsyrischen Stadt Kobane bestätigt. "Kurdische Bodentruppen, die von unseren Lufttruppen unterstützt wurden, haben die Stadt Kobane erfolgreich zurückerobert", teilte der zuständige US-Generalleutnant James Terry mit.

Kurdische Kämpfer sowie die Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte hatten bereits am Montag von der Rückeroberung der seit Monaten umkämpften Stadt berichtet.Ein Sprecher der kurdischen Verwaltung sagte, es gebe noch einige Widerstandsnester des IS im östlichen Teil von Kobane. Diese würden aber bald ausgeschaltet.

Die ersten Syrer waren bereits nach Kobane zurückgekehrt, zumindest vorübergehend. Vielen von ihnen fanden nur noch Trümmer vor; die Stadt ist inzwischen zu großen Teilen zerstört.

Am Samstag gab es einen weiteren Rückschlag für den IS: Kurdische Peschmerga-Kämpfer haben offenbar ein von der Terrormiliz erobertes Ölfeld westlich der nordirakischen Stadt Kirkuk wieder unter ihre Kontrolle gebracht. Das sagte ein irakischer Sicherheitsbeamter der Nachrichtenagentur dpa.

IS-Kämpfer hatten es erst am Vorabend eingenommen, nachdem sie zuvor mit einem Überraschungsangriff auf die Stadt Kirkuk selbst gescheitert waren. In die Kämpfe griffen nach diesen Angaben auch Kampfjets der von den USA geführten Anti-IS-Koalition ein. Das vom IS kurzfristig besetzte Feld wurde zuvor seit Juni 2014 Jahres von den Peschmerga gehalten; es gehört mit einem täglichen Produktion von 25.000 Barrel Öl zu den größten Feldern des Landes.

Laut irakischer Armee wurden bei der Rückeroberung 40 IS-Kämpfer getötet. Über Opfer auf der Seite der Peschmerga wurde nichts bekannt. Ein Mitarbeiter der lokalen Ölfirma sagte der dpa, bei dem Angriff des IS seien 24 Ölarbeiter von den Dschihadisten gefangen genommen worden. Laut Armee sollen sie aber wohlauf sein. Ein Verschlag, in den sie von den IS-Kämpfern eingesperrt wurden, werde aber noch auf Sprengfallen überprüft.

Am Freitag hatte der IS eine Offensive gegen die nordirakische Stadt Kirkuk gestartet; die Miliz zündete mehrere Autobomben, außerdem sprengten sich Selbstmordattentäter in der Nähe kurdischer Sicherheitskräfte in die Luft. Dabei starben ein Brigadegeneral der Peschmerga sowie fünf weitere Soldaten. Mindestens 40 kurdische Kämpfer wurden laut Peschmerga verletzt. Mindestens drei IS-Kämpfer sollen getötet worden sein.

Kirkuk zählte vor Beginn der IS-Offensive im Sommer 2014 etwa eine Million Einwohner. Die kurdische Autonomiebehörde beansprucht die Stadt für sich. Ihr Status ist jedoch umstritten, dort leben auch viele Araber und Turkmenen.

Im vergangenen Jahr zog sich die irakische Regierungsarmee wegen der IS-Angriffe aus der Stadt zurück, seither verteidigen die kurdischen Peschmerga den Ort. In den vergangenen Monaten sind viele Iraker in die Stadt geflüchtet, die vor dem IS Schutz suchen.

eth/dpa/Reuters
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