Kampf gegen ISIS Irak bestätigt Tod Hunderter Soldaten

Beim Kampf gegen ISIS-Dschihadisten sind viele irakische Soldaten gestorben. Das hat die Regierung in Bagdad nun erstmals offiziell bestätigt. Die Armee hat die Kontrolle über die Westgrenze des Landes verloren.

Trauerfeier für getötete Soldaten: Regierung macht Angaben zur Zahl der Opfer
DPA

Trauerfeier für getötete Soldaten: Regierung macht Angaben zur Zahl der Opfer


Bagdad - Die irakische Regierung hat erstmals Angaben über gefallene Soldaten im Kampf gegen die Dschihadistengruppe "Islamischer Staat im Irak und in Syrien" (ISIS) gemacht.

Die militanten Islamisten haben demnach im Zuge ihres Vormarsches bereits Hunderte irakische Soldaten getötet. Das sagte der für Sicherheitsfragen zuständige Sprecher von Ministerpräsident Nuri al-Maliki, Kassim Atta, im irakischen Staatsfernsehen. Es handelt sich um die bislang präziseste offizielle Äußerung der Regierung zur Zahl der getöteten Soldaten.

ISIS selbst hatte sich in der vergangenen Woche damit gebrüstet, bei seinem Eroberungszug 1700 schiitische Armeeangehörige getötet zu haben. Dazu verbreitete die Terrorgruppe Aufnahmen von Massenerschießungen.

Kerry trifft Maliki in Bagdad

In den vergangenen 14 Tagen haben die Extremisten mehrere große Orte nördlich von Bagdad unter ihre Kontrolle gebracht, darunter mit Mossul die zweitgrößte Stadt des Irak. Am Wochenende überrannten ihre Kämpfer mehrere Übergänge an den Grenzen zu Syrien und Jordanien. Ein weiterer Grenzübergang zu Syrien wurde von kurdischen Sicherheitskräften übernommen, damit befindet sich kein Posten entlang der Westgrenze mehr in den Händen der Regierungstruppen.

Am Montag traf US-Außenminister John Kerry zu einem unerwarteten Besuch in Bagdad ein. Mehr als anderthalb Stunden lang beriet er mit Regierungschef Maliki über die Lage im Irak. Vor dem Gespräch hatte das State Department angekündigt, dass der Minister den irakischen Premier zu Zugeständnissen gegenüber Sunniten und Kurden drängen werde.

Die Regierung in Bagdad hatte die USA in der vergangenen Woche formell um Luftangriffe gegen ISIS-Stellungen gebeten. Washington reagierte zurückhaltend. US-Präsident Barack Obama will sich nicht wieder in den Konflikt im Irak hineinziehen lassen.

syd/AFP/Reuters

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rkinfo 23.06.2014
1. Bruderkrieg der 'Gotteskrieger'
Der Irak zerfällt seit Jahren in religiösen Wahn und nun bekämpfen sich die Gotteskrieger gegenseitig im Glauben zum gleichen Gott Allah. Vor Jahren wollte der Westen 'Wohlstand für Alle' durch simple Demokratie ... aber die Kopftuch-Freaks wollten ja lieber die harte Tour und gingen agressiv im Konflikt Sunniten / Schiiten vor.
Thomas-Melber-Stuttgart 23.06.2014
2. Etwas vage, aber dennoch ...
Zitat von sysopDPABeim Kampf gegen ISIS-Dschihadisten sind viele irakische Soldaten gestorben. Das hat die Regierung in Bagdad nun erstmals offiziell bestätigt. Die Armee hat die Kontrolle über die Westgrenze des Landes verloren. http://www.spiegel.de/politik/ausland/isis-im-irak-maliki-regierung-bestaetigt-tod-hunderter-soldaten-a-976892.html
"Hunderte" ist also präzise - nun gut, man wird nicht genau wissen, ob die Soldaten tot sind, in Gefangenschaft oder desertiert. Und unter welchen Umständen die Soldaten gestorben sind möchte man sicher nicht wissen.
schmusel 23.06.2014
3. Und wie gehabt:
Iran labert nur, aber handelt nicht. Will aber die Regionalmacht sein. Der Ami sollls halt wieder richten - wird er aber nicht. Und das ist gut so.
tinosaurus 23.06.2014
4. Obama
handelt richtig, wenn er sich nicht in diesen Konflikt eimischt. Die USA haben allerdings auch Fehler gemacht, indem sie damals die ganze Armee aufgelöst hatte. Den Rest hat aber eindeutig Maliki zu verantworten, wenn er die Sunniten drangsaliert und verärgert. Islam ist ja eine friedliche Religion. Dann sollen sie sich freidlich einigen oder gegenseitig umbringen.
markus1907 23.06.2014
5. Nicht nachvollziehbar
Zitat von sysopDPABeim Kampf gegen ISIS-Dschihadisten sind viele irakische Soldaten gestorben. Das hat die Regierung in Bagdad nun erstmals offiziell bestätigt. Die Armee hat die Kontrolle über die Westgrenze des Landes verloren. http://www.spiegel.de/politik/ausland/isis-im-irak-maliki-regierung-bestaetigt-tod-hunderter-soldaten-a-976892.html
Es ist für mich wirklich nicht nachvollziehbar, warum eine Armee, die zusammen mit paramilitärischen Einheiten an die 600.000 Mann zählt, nicht in der Lage ist ein paar Tausend leicht bewaffnete Terroristen aufzuhalten. Das geht mir immer noch nicht in meinen Kopf. Ist denn kein einziger Kommandeur in der Lage, strategisch wichtige Punkte und Orte zu besetzen, zu halten und zu verteidigen um später eine Gegenoffensive zu starten? Was hat man eigentlich denn die letzten Jahre getan? Wahrscheinlich Alles mögliche, nur keine Soldaten und Einheitsführer ausgebildet. Falls ja, dann nur sehr unzureichend, wie man jetzt sehen kann.
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