Islamabad Schwere Explosion zerstört Uno-Büro

Das pakistanische Büro des Uno-Welternährungsprogramms ist von einer Bombenexplosion erschüttert worden. Die Polizei in Islamabad geht von einem Attentat aus - mindestens drei Menschen wurden getötet.


Islamabad - Im Büro des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen (WFP) in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad hat sich am Montag eine schwere Explosion ereignet. Mindestens drei Menschen wurden getötet, darunter ein Ausländer. Nach Angaben der Polizei wurden zudem mindestens drei Menschen verletzt. Waseem Khawaja, Arzt und Sprecher des größten Regierungskrankenhauses in Islamabad, bestätigte den Tod eines Ausländers und mehrere Schwerverletzte.

Die Polizei geht davon aus, dass eine kleinere Bombe auf dem scharf gesicherten WFP-Gelände gelegt worden war. Dort arbeiten rund 70 Angestellte. Fernsehaufnahmen zeigten Rauchsäulen und zersplitterte Fensterscheiben. Uno-Sprecherin Ishrat Rizvi sagte, die Bombe sei in dem Gebäude hochgegangen.

Die pakistanische Hauptstadt wird regelmäßig von Gewalttaten erschüttert. Bei einem Bombenanschlag auf das Marriott-Hotel in Islamabad wurden im vergangenen Jahr mehr als 50 Menschen getötet.

Der neue Führer der pakistanischen Taliban, Hakimullah Mehsud, äußerte sich unterdessen vor Reportern. Er kündigte dabei als Vergeltung für die Angriffe der USA mit unbemannten Flugzeugen im Grenzgebiet zu Afghanistan Anschläge auf pakistanische und amerikanische Einrichtungen an. Mehsuds Treffen mit Reporten am Sonntag beendete Spekulationen, er sei bei Machtkämpfen innerhalb der Taliban getötet worden.

amz/dpa/Reuters

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insgesamt 869 Beiträge
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Seite 1
eigentlicher_Schwan 04.05.2009
1.
Zitat von sysopImmer näher rücken die Taliban an die Pakistanische Hauptstadt heran und werden zu einer ernsteren Bedrohung für die Regierung. Wie soll sich der Westen verhalten? Was ist generell die richtige Strategie?
Wenn sie das immer tun, muss man damit leben, nicht? Vielleicht sollte die pakistanische Regierung ihre Hauptstadt verlegen?
mauskeu 04.05.2009
2.
Zitat von sysopImmer näher rücken die Taliban an die Pakistanische Hauptstadt heran und werden zu einer ernsteren Bedrohung für die Regierung. Wie soll sich der Westen verhalten? Was ist generell die richtige Strategie?
Ich könnte mir vorstellen, dass die pakistanische Führung das SWAT "freiwillig" aufgegeben hat um jetzt eine bessere Front vor sich zu haben. Jetzt haben die Islamisten eine Heimat in Pakistan anstatt überall verstreut als Guerrillas zu fungieren. Jetzt weiss man besser wo die Feinde sind und die Herrschaft der Taliban wird den Rest besorgen. Wäre vielleicht keine schlechte Strategie.
Justus F. 04.05.2009
3.
Zitat von eigentlicher_SchwanWenn sie das immer tun, muss man damit leben, nicht? Vielleicht sollte die pakistanische Regierung ihre Hauptstadt verlegen?
Genau, nach Berlin. Dann ist unser Kampf sogar gerechtfertigt!
X-Man 04.05.2009
4.
Zitat von mauskeuIch könnte mir vorstellen, dass die pakistanische Führung das SWAT "freiwillig" aufgegeben hat um jetzt eine bessere Front vor sich zu haben. Jetzt haben die Islamisten eine Heimat in Pakistan anstatt überall verstreut als Guerrillas zu fungieren. Jetzt weiss man besser wo die Feinde sind und die Herrschaft der Taliban wird den Rest besorgen. Wäre vielleicht keine schlechte Strategie.
Nettes Gedankenspiel, aber leider Unsinn. Seit dem Rückzug der afghanischen Taliban über die Grenze stand fest dass die FATA die neue Basis der Gotteskrieger sind. Von 2002-2005 entstanden weit über 190 Ausbildungslager in den Stammesgebieten, lokale Milizen verschmolzen durch Allianzen mit Taliban-Elementen, ausländische Gruppen allen voran Al Qaida nisteten sich ein, es entstand eine nicht homogene aber ideologisch eng verstrickte Bewegung deren mächtigster Flügel heute die Tehrik e-Taliban ist. Für die pakistanische Führung war also längst klar welche Gebiete die neue Heimat der Taliban sind, man musste ihnen keinen Spielplatz zur Verfügung stellen. Der Einzug in Swat hat vielmehr damit zutun dass es Kreise des ISI und des Militärs gibt die sich nicht von amerikanischer Seite in die Terror-Bekämpfung hineinquatschen lassen wollen. Sie hegen zum Teil große Sympathie für die Taliban, bieten ihnen mit dem Swat ein Gebiet was sich weit weg von den üblichen Terrornestern Waziristans befindet und somit den Radius der Drohnenangriffe erweitert. Zudem erhofft man sich natürlich dort eine kashmir-nahe islamistische Bastion gegen den allgegenwärtigen Erzfeind Indien.
lupenrein 04.05.2009
5.
Man darf sich über die Ziele der Taliban in Pakistan (und im Dominoeffekt anschliessend Afghanistan) keine Illusionen machen. Die Regierung Pakistans - und indirekt auch Afghanistans - ist in ernster Gefahr. Und auch über einen 'Sieg' über die Taliban , dies besonders als Ausländer (USA usw) darf man sich keine Illusionen machen. Der asymmetrische Kriegsführung der Taliban ist mit normalen militärischen Mitteln (Terrorismus) nur sehr schwer wirksam zu begegnen. Am Beispiel der somalischen Piraten sieht man , wie schwierig es ist, mit militärischen Mitteln in diesem Versteckspiel mitzuhalten. Auch die Taliban führen einen (allerdings ideologischen) 'Versteck-spiel-Krieg' a la David gegen Goliath. Und noch eine Übereinstimmung: beide lassen mit sich nicht über eine Einstellung ihrer terroristischen Kampf nicht verhandeln. Alles in allem eine fatale Situation.
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