Abu Katada Britische Polizei verhaftet Hassprediger

Er galt als rechte Hand Bin Ladens und geht dem britischen Premierminister "auf die Nerven": Nun ist der islamistische Prediger Abu Katada in London inhaftiert worden. Dem 52-Jährigen wird vorgeworfen, gegen Auflagen seines Hausarrests verstoßen zu haben.
Islamischer Geistlicher Abu Katada: Erneute Festnahme in London

Islamischer Geistlicher Abu Katada: Erneute Festnahme in London

Foto: NEIL HALL/ REUTERS

London - Der islamistische Prediger Abu Katada ist in London erneut inhaftiert worden. Zwar gab das britische Innenministerium am Samstag nur bekannt, dass "ein 52-jähriger Mann" im Norden der britischen Hauptstadt festgenommen worden sei - die Tageszeitung "The Sun" veröffentlichte jedoch Fotos , auf denen zu sehen ist, wie Katada am Freitag von Beamten abgeführt wurde. Ihm wird vorgeworfen, gegen die Auflagen eines Hausarrests mit Freigang verstoßen zu haben.

Um den Umgang mit Katada, der zeitweise als rechte Hand des Qaida-Führers Osama Bin Laden bezeichnet wurde, gibt es ein langjähriges politisches und juristisches Tauziehen. Der gebürtige Palästinenser war 1998 in Jordanien wegen Verwicklung in Terroranschläge zu 15 Jahren Zwangsarbeit verurteilt worden. Ihm wurde zur Last gelegt, Attentate gegen US-Einrichtungen in Jordanien geplant zu haben. Abu Katada hatte 1993 in Großbritannien Asyl beantragt.

Ein spezielles Richtergremium in Großbritannien gab Katada im November recht, dass im Falle einer Auslieferung die Gefahr besteht, unter Folter gewonnene Informationen könnten in Jordanien gegen ihn verwendet werden. Anwälte des Innenministeriums wollen diese Entscheidung am Montag anfechten. Nach Informationen der "Sun" wurde Abu Katadas Wohnung am Donnerstag mehrere Stunden lang durchsucht.

Die Auflagen zur Haftverschonung sahen vor, dass Katada die Wohnung nur zwischen 8 Uhr und 16 Uhr verlassen durfte und eine elektronische Fußfessel tragen musste. Der konservative Premierminister David Cameron sagte im November, er sei "absolut genervt darüber, dass dieser Mann sich noch immer in unserem Land aufhält".

cst/afp