SPIEGEL-Gespräch mit Ägyptens Präsident Sisi fordert entschlossenen Kampf gegen den IS

Es ist eines seiner ersten Interviews mit westlichen Medien: Ägyptens Staatschef Sisi fordert im SPIEGEL-Gespräch mehr Hilfe im Kampf gegen islamistischen Terror. Sonst drohe auch Europa ein Angriff der Extremisten.
Präsident Sisi: "Bei Ihnen haben die Demonstranten keine Waffen gehortet"

Präsident Sisi: "Bei Ihnen haben die Demonstranten keine Waffen gehortet"

Foto: AMR ABDALLAH DALSH/ REUTERS

Kairo - Ägyptens Staatschef Abdel Fattah el-Sisi hat die internationale Gemeinschaft zu einem entschlossenen Kampf gegen die Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) aufgerufen.

"Wenn wir diesen Krieg gegen den Terror verlieren, dann wird die gesamte Region für die nächsten 50 Jahre in Aufruhr sein", sagte der Präsident in einem Gespräch mit dem SPIEGEL. "Dann droht auch Europa ein Angriff der Extremisten." (Das komplette Gespräch mit Sisi finden Sie im neuen SPIEGEL.)

Der IS kontrolliert große Teile Syriens und des Irak. Im November schloss sich die ägyptische Terrorgruppe Ansar Beit al-Makdis der Organisation an. Die Dschihadisten sind für eine Reihe von Anschlägen gegen Sicherheitskräfte auf der Sinai-Halbinsel verantwortlich.

Es ist eines der ersten Interviews, die Sisi ausländischen Medien gegeben hat, seitdem er im Juli 2013 den gewählten Präsidenten Mohammed Mursi gestürzt hatte.

Innenpolitisch stellte der 60-Jährige gegenüber dem SPIEGEL eine Generalamnestie für sein Land in Aussicht: Menschlichkeit bedeute für ihn auch "Mitgefühl und Frieden", sagte Sisi. Beides seien ihm "persönlich wichtige Werte".

DER SPIEGEL

Sisi äußerte sich auch zu dem Massaker von Raba'a im August 2013, bei dem mindestens 650 Anhänger des damaligen Präsidenten Mohammed Mursi durch Sicherheitskräfte getötet wurden. Mit Blick auf Kritiker aus Deutschland sagte Sisi, es beschäme ihn nicht zuzugeben, "dass es zwischen unseren beiden Ländern eine zivilisatorische Lücke gibt", sagte Sisi. Zudem hätten in Deutschland "die Demonstranten keine Waffen gehortet, die sie dann auf die Polizei richten".

Der damalige Armeechef Sisi hatte nach Massendemonstrationen im Juli 2013 den islamistischen Präsidenten Mursi gestürzt. Im Mai vergangenen Jahres ließ er sich von den Ägyptern zum neuen Staatschef wählen.

(Das komplette Gespräch mit Sisi finden Sie im neuen SPIEGEL.)

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.