Endlich verständlich So funktioniert der "Islamische Staat"

Warum nimmt der "Islamische Staat" Europa ins Visier? Im Hintergrundformat "Endlich verständlich" finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen zu der Terrorgruppe.
Foto: TAUSEEF MUSTAFA/ AFP

So funktioniert der "Islamische Staat" - Endlich verständlich

Der "Islamische Staat" ist eine Terrororganisation, die aus dem irakischen Ableger des Terrornetzwerks al-Qaida hervorgegangen ist und in den vergangenen zwei Jahren große Gebiete in Syrien und im Irak erobert hat. Die Miliz regiert in ihrem Machtbereich mit großer Grausamkeit – sie lässt Widersacher und Gefangene exekutieren, bestraft Vergehen gegen die eigene Auslegung des Korans mit drakonischen Strafen, lässt vor laufender Kamera Geiseln enthaupten und die Videos durch die eigene Propagandamaschine weltweit verbreiten.

Der IS ist gleichzeitig auch ein Staatenprojekt. Konkret geht es um den Aufbau eines vermeintlich islamischen Staates, in dem die IS-Ideologie die Staatsreligion bildet. Der IS verklärt sich zu einer fundamentalistischen Utopie, die Radikale in aller Welt elektrisiert. Dadurch ist er zu einer Marke von internationaler Anziehungskraft geworden. Selbst Attentäter, die nie direkt mit dem IS in Kontakt standen, berufen sich auf ihn. Kriminelle Gruppen und islamistische Milizen betonen Verbindungen zum IS, weil sie sich im Wettbewerb mit Rivalen Vorteile versprechen.

Forscher streiten, wie man den Islamischen Staat bezeichnen sollte: Volker Perthes, Leiter des außenpolitischen Thinktanks Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), schlägt "dschihadistisches Staatsbildungsprojekt" vor. Der amerikanische Terrorismusforscher Brian Fishman hat den IS als "governmental amoeba", also als "Staatsamöbe" (die laufend ihre Form ändert), bezeichnet.

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