IS im Irak Amnesty wirft Islamisten massenhafte Tötungen vor

Entführungen und massenhafte Tötungen von Andersgläubigen: Amnesty International berichtet von schweren Übergriffen der Terrorgruppe "Islamischer Staat" im Irak.

Dschihadisten mit Geiseln im Irak: Viele bereits tot aufgefunden
AP/ militant website

Dschihadisten mit Geiseln im Irak: Viele bereits tot aufgefunden


Bagdad - Angehörige religiöser Minderheiten, deren Leichen gefesselt und misshandelt aufgefunden wurden: Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International wirft der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) im Irak massenhafte Tötungen und Entführungen von Andersgläubigen vor. In einem Bericht führt die Organisation eigenen Angaben zufolge Beweise an, dass zahlreiche Menschen aus IS-beherrschten Gebieten geflohen seien, nachdem ihre Verwandten von den Dschihadisten entführt oder getötet wurden.

Die Entführungen von Zivilisten seien ein Phänomen, das in allen Städten und Dörfern zu beobachten sei, die unter der Kontrolle der sunnitischen Dschihadisten sind. Viele der Geiseln würden immer noch vermisst, andere seien bereits tot aufgefunden worden.

"Spirale der Gewalt von allen Seiten"

So wurden dem Bericht zufolge etwa ein 18-Jähriger und ein 44-Jähriger von der religiösen Minderheit der Schabak mit gefesselten Händen und zerschmetterten Köpfen tot aufgefunden, wie Amnesty berichtet. Einem der beiden sei die Kehle durchgeschnitten worden.

Im Irak ringen seit Wochen Schiiten, Sunniten und auch Kurden um die künftige politische Führung des Landes. In den vergangenen Wochen hatte IS große Teile des Nordirak unter seine Kontrolle gebracht.

Die Menschen im Irak seien in einer "Spirale der Gewalt von allen Seiten" gefangen, berichtet Amnesty. Hunderttausende seien vor der IS-Gewalt und Luftschlägen der irakischen Regierung geflohen. Alle Seiten in dem Konflikt hätten Kriegsverbrechen begangen und massiv gegen die Menschenrechte verstoßen, so Amnesty International.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hatte irakischen Sicherheitskräften und regierungsnahen Milizen am Freitag Massenexekutionen von sunnitischen Häftlingen vorgeworfen.

kes/dpa

insgesamt 2 Beiträge
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testi 14.07.2014
1. Drama
anders kann man es gar nicht beschreiben. Kaum ist der "Westen" nicht mehr da, geht es mit der Gelwalt munter weiter. Hoffentlich mischen wir uns da nicht wieder ein und die Beteiligten schaffen es ihrer Problem selbst zu lösen.
HansMaiser 14.07.2014
2. Immer Weiter.
Das Morden und Sterben wird doch immer so weiter gehen. Das Internet ist voll von Isis Kämpfern die sich mit ihren Tötungen brücten. Glaubt man dem Internet sind schon 30000 Irakis gestorben. Soldaten werden nach der Gefangennahme einfach getötet. Ich frage mich wirklich, wann es mal eine Demo dagegen gibt.
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