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25. April 2016, 02:15 Uhr

Medienbericht

US-Regierung will offenbar weitere 250 Soldaten nach Syrien schicken

Etwa 50 US-Spezialkräfte sind derzeit auf syrischem Boden im Einsatz. Präsident Obama plant nun einem Zeitungsbericht zufolge, diese Zahl deutlich aufzustocken. Ziel ist der Kampf gegen den IS.

US-Präsident Barack Obama will nach Informationen des "Wall Street Journal" bis zu 250 zusätzliche Soldaten nach Syrien schicken. Sie sollen örtliche Kräfte im Kampf gegen die Terrormiliz " Islamischer Staat " (IS) unterstützen. Das berichtete die Zeitung am Sonntag und beruft sich dabei auf US-Regierungsbeamte. Demnach will Obama Einzelheiten über das Vorhaben am Montag zum Abschluss seines Hannover-Besuches bekanntgeben.

Bisher sind rund 50 Mitglieder von US-Spezialeinheiten am Boden in Syrien aktiv . Sie sollen allerdings keine Kampfeinsätze absolvieren, auch wenn sie in der Nähe der Frontlinien operieren. Laut der Zeitung solle das auch für die zusätzlichen Kräfte gelten: Ihre Hauptaufgabe werde demnach sein, syrische Rebellen und andere Anti-IS-Kämpfer zu beraten und zu unterstützen.

Die USA hielten das für nötig, um erreichte Fortschritte zu bewahren und weitere zu erzielen, heißt es in dem Bericht. Den Angaben zufolge sollen die Soldaten schrittweise in das Bürgerkriegsland geschickt werden. Erst vor wenigen Tagen hatte US-Verteidigungsminister Ashton Carter die Stationierung weiterer 217 amerikanischer Soldaten im Irak vor allem für Ausbildungsaufgaben angekündigt.

Nach einem Bericht der "New York Times" vom Sonntag nehmen die USA den IS auch mit Cyber-Angriffen ins Visier. Ziel sei es, die Kommunikationsfähigkeiten der Terrormiliz einzuschränken. Auch solle es den Anhängern erschwert werden, ihre Botschaften zu verbreiten, Mitglieder anzuwerben und ihre alltäglichen Operation auszuführen.

Obama ist derzeit in Hannover zu Besuch ( mehr Hintergründe lesen Sie hier ). Bevor er am Montagnachmittag abreist, trifft er sich im Schloss Herrenhausen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, dem britischen Premierminister David Cameron, Frankreichs Staatschef François Hollande und dem italienischen Regierungschef Matteo Renzi. Es soll vor allem um weltpolitische Fragen gehen, dabei dürfte auch der Kampf gegen den IS in Syrien und im Irak eine Rolle spielen.

In Syrien wächst unterdessen die Sorge vor einem Scheitern der Waffenruhe. Bei Gefechten und Luftangriffen nahe der Hauptstadt Damaskus und in der Region um die Großstadt Aleppo starben am Wochenende mehr als 30 Menschen, darunter auch Kinder, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte. Die Feuerpause gilt seit Ende Februar.

aar/dpa/Reuters

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