Bilder aus Iraks Kriegsgebiet Straßen der Trümmer - der lange Weg nach Mossul

Die Schlacht um Mossul läuft seit einem Monat. Doch die Anti-IS-Koalition kommt nur langsam voran. Fotograf Chris McGrath hält den zähen Kampf in eindrücklichen Bildern fest.

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Ein Monat ist vergangen, seit der irakische Ministerpräsident Haider al-Abadi den Start der Schlacht zur Rückeroberung von Mossul verkündete. Inzwischen ist die Armee in die östlichen Vororte der Millionenstadt vorgedrungen. Parallel versuchen schiitische Milizen die letzte Versorgungsroute einzunehmen, die Mossul mit dem Kerngebiet der Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) in Syrien, einschließlich der inoffiziellen Hauptstadt Rakka, verbindet.

Doch der Vormarsch kommt nur langsam voran. Bislang befolgt der IS die Anweisungen des selbst ernannten Kalifen Abu Bakr al-Baghdadi und leistet erbitterten Widerstand. Hinzu kommen schlechtes Wetter und dichte Wolken, die den Überwachungsdrohnen der Anti-IS-Koalition die Sicht nehmen.

Ein weiteres Problem: Die Soldaten haben große Schwierigkeiten, Kämpfer von Zivilisten zu unterscheiden. Rund 5000 Dschihadisten haben sich in Mossul unter die Bevölkerung gemischt. Nach eigenen Angaben hat die Terrormiliz seit Beginn der Militäroffensive mehr als hundert Selbstmordattentäter losgeschickt, die sich zwischen irakischen Soldaten und kurdischen Peschmerga in die Luft sprengten. Reihenweise rasten sie in gepanzerten Fahrzeugen voller Sprengstoff auf Stellungen des Militärs zu - die meisten Selbstmordattentäter konnten jedoch gestoppt werden, bevor sie ihr Ziel erreichten.

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Anti-IS-Kampf im Irak: Der lange Weg nach Mossul

Immer neue Schilderungen von Folter und Misshandlung

Je länger der Vormarsch dauert, desto häufiger tauchen zudem Berichte über Kriegsverbrechen der Anti-IS-Kämpfer auf. Menschenrechtsorganisationen haben Belege für Folter und außergerichtliche Tötungen gesammelt. Diese Gräueltaten verheißen für den Kampf gegen den IS nichts Gutes: Leidtragende sind nämlich die irakischen Sunniten. Die Terrormiliz IS versucht seit Langem, sich als einzige effektive Schutzmacht der Minderheit im Irak zu präsentieren. Wenn die Truppen des irakischen Staats angebliche Anhänger der Dschihadisten foltern oder töten, erfüllen sie genau das Schreckensbild, das der IS von ihnen zeichnet.

Der australische Fotograf Chris McGrath begleitet irakische Soldaten bei ihrem Vormarsch auf Mossul. Seine Schwarz-Weiß-Bilder geben einen ungeschönten Einblick in den Krieg und seine Folgen.

syd



insgesamt 27 Beiträge
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Böttinger 19.11.2016
1. Zu einfach.
So kann man das wirklich nicht sehen. Die allermeisten Sunniten und Schiiten wohl, wie wir auch, in Frieden, Freiheit und Wohlstand leben. Leider gibt es aber immer kleine radikale Gruppen, die die Mehrheit verführen und für bestimmte Zwecke missbrauchen. Auch das deutsche Volk hat diese Erfahrung gemacht.
flipbauer 19.11.2016
2. heftig
Ich fürchte, was dort in Mossul veranstaltet wird, stellt Aleppo noch in den Schatten.Und beides ist Kampf gegen den IS Terror
Rathard 19.11.2016
3. Die Berserker der Macht
Durch geschickte Verhandlungen unter Einbindung der sunnitischen Dschihadisten in die Macht, hätte man die erneute Etablierung der Regierungsmacht auch für Mossul zerstörungsfrei bewerkstelligen können. Aber offenbar schiessen die USA weiter mit und denen ist die Zerstörung Mossuls egal. Aber leider will offenbar auch die irakische (schiitische) Regierung die Zerstörung dieses sunnitischen Nests. Zerstört Magdeburg hiess das im 30-jährigen Krieg in Deutschland. Jetzt haben die Iraker wieder den schlimmen Religionskrieg, den die sozialistische Baʿth-Partei 1968 beendet hat. Mit Gewalt ist ein Krieg nur zu beenden, indem man die bisherigen Einwohner ausrottet. Die Indianerkriege der Amerikaner belegen dies. Übrigens, die Entmachtung der sozialistischen Baʿth-Partei war der eigentliche Kriegsgrund (ausser Öl) der USA. Und nicht die nie gefundenen Massenvernichtungswaffen.
abwinken 19.11.2016
4. Ehrlich
Ich seh da wirklich keine Zukunft mehr. Diese ganzen Länder und Völker und "Staatsgebilde" sind doch eigentlich nur noch desolat. Wir sollten hier in Mitteleuropa endgültig erkennen, dass es alternativlos ist sich konsequent abzuschotten. Wer die Göring-Trullala geben will, der soll die Chaoten in ihrer Heimat retten. Natürlich auf eigene Kosten.
hugahuga 19.11.2016
5.
Zitat von flipbauerIch fürchte, was dort in Mossul veranstaltet wird, stellt Aleppo noch in den Schatten.Und beides ist Kampf gegen den IS Terror
Falsch - zumindest, wenn man nach den Systemmedien geht, dann werden in Ostaleppo vorwiegend Krankenhäuser, Schulen und Kindergärten bombardiert. Nur dort werden - unter passender Ausleuchtung und Kameraequipment die verletzten Kinder geborgen. Weshalb? Weil es ein entsprechendes Licht auf die Bombardierer werfen soll. Aus Mossul oder auch aus dem Jemen werden uns diese Bilder nicht gezeigt. Weshalb wohl?
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