Piloten-Mord Weltweite Empörung über Fox News wegen IS-Verbrennungsvideo

Der erzkonservative US-Sender Fox News zeigt auf seiner Website das IS-Video von der Verbrennung des jordanischen Piloten Muaz al-Kasaesbeh. Weltweit sorgt das für Protest, die Verantwortlichen verteidigen die Entscheidung.
Screenshot Fox News / IS-Video

Screenshot Fox News / IS-Video

Hamburg/Rakka - "Warnung, extrem drastisches Video: IS verbrennt lebende Geisel" - diese Überschrift hat Fox News gewählt, dazu zeigt der amerikanische Fernsehsender die schockierenden Bilder vom Todeskampf des Jordaniers Muaz al-Kasaesbeh. Der Film ist 22 Minuten lang - die letzten vier Minuten zeigen die Qualen der Geisel in einem brennenden Käfig. Der "Islamische Staat" (IS) hatte es am Dienstagabend im Internet veröffentlicht - nun ist es auch bei Fox News zu sehen.

Der amerikanische Fernsehsender ist das einzige US-Medienunternehmen, das die Bilder der Verbrennung zeigt. "Nach eingehender Beratung haben wir beschlossen, den Lesern von Fox News die Möglichkeit zu geben, sich selbst ein Bild davon zu machen, ob die Barbarei des 'Islamischen Staates' die legitimen Bedenken wegen der drastischen Art des Videos überwiegt", erklärt John Moody, stellvertretender Generaldirektor des TV-Senders. "Onlinenutzer können selbst entscheiden, ob sie diesen verstörenden Inhalt sehen wollen oder nicht." Das Video startet jedoch sofort, sobald ein Leser auf die Seite gelangt.

Seit Fox News das Video veröffentlichte, äußern weltweit User auf Twitter Empörung. "Völlig inakzeptabel", schreibt etwa Amy Willis, "beschämend" heißt es in einem anderen Tweet. "So etwas würde mit westlichen Geiseln niemals gemacht", twittert die Autorin Laila Lalami.

Andere werfen dem Sender vor, die Veröffentlichung sei reine PR-Strategie. "Sie wollen, dass ihr über sie nachdenkt, damit sie nicht irrelevant werden", vermutet einer . Ausgerechnet das Netzwerk, das einst fälschlicherweise behauptet hat, dass Al Jazeera Enthauptungen gezeigt habe, zeigt nun Exekutionen, twittert Al-Jazeera-Produzent Jeremy Young:

Andere Medien - darunter auch SPIEGEL ONLINE - zeigen Videos mit solch brutalen Inhalten nicht, um sich nicht zum Instrument der Dschihadisten machen zu lassen.

Der IS selbst hat das Video indes auf Twitter verbreitet. "Hier ist es und kann nicht gelöscht werden, weil es in einem amerikanischen Netzwerk ist", zitiert der "Guardian"  einen arabischen Tweet. YouTube hingegen hatte die Aufnahmen sofort gelöscht - doch die Terrormiliz sorgt dennoch für die Verbreitung der Bilder: In ihrer nordsyrischen Hochburg Al-Rakka zeigten die Dschihadisten den Film auf einer Großbildleinwand und verbreiteten dazu im Internet ein Video.

Der neue Film zeigt Männer, die auf Arabisch "Gott ist groß" rufen, als der Pilot in Flammen aufgeht. "Das ist das Schicksal eines jeden, der Muslime angreift", sagt einer der interviewten Zuschauer. Auch ein etwa zehn Jahre alter Junge wird befragt. Er sei sehr glücklich, sagt er. "Ich hätte ihn mit meinen eigenen Händen verbrannt."

ler/vek/mxw/dpa