"Islamischer Staat" Frankreich fordert koordinierten Kampf gegen Terrormiliz

"Wir brauchen eine umfassende Strategie": Frankreichs Präsident Hollande will eine Staatengruppe für den Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" gründen. Der Uno-Sicherheitsrat soll mit arabischen Ländern koordiniert vorgehen.

Frankreichs Präsident Hollande: IS-Extremisten die Ressourcen abschneiden
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Frankreichs Präsident Hollande: IS-Extremisten die Ressourcen abschneiden


Paris - Frankreich will eine internationale Konferenz zum Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) im Irak und in Syrien organisieren. "Wir brauchen gegen diese Gruppe eine umfassende Strategie", sagte Präsident François Hollande der Tageszeitung "Le Monde". Die IS-Miliz verfüge über erhebliche finanzielle Mittel sowie äußerst moderne Waffensysteme und bedrohe nicht nur den Irak, sondern auch benachbarte Länder in der Region wie etwa den Libanon.

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Heft 34/2014
Wie die IS-Terroristen ihr Kalifat errichten

Einen möglichen Termin für die Konferenz nannte Hollande zunächst nicht. Er werde den Vorschlag für ein Treffen in Kürze den Partnerländern unterbereiten, sagte er.

Teil der Gruppe sollen demnach die ständigen Mitglieder des Uno-Sicherheitsrats sein, also Frankreich, Russland, Großbritannien, die USA und China. Hinzukommen sollen den Informationen zufolge regional vom IS-Konflikt betroffene arabische Länder und Iran.

Der französische Außenminister Laurent Fabius sagte, mit den Partnerländern sollten Pläne entwickelt werden, wie man den IS-Dschihadisten militärisch begegnen könnte. Es gehe darum, den Extremisten die Ressourcen abzuschneiden, sagte Fabius. Zudem müsse der Zulauf zu der Terrormiliz gestoppt werden.

Zuvor hatte die Bundesregierung angekündigt, zu Waffenlieferungen in den Nordirak bereit zu sein. So soll die kurdische Peschmerga-Armee im Kampf gegen die IS-Terroristen unterstützt werden. Auch andere europäische Länder wie Italien hatten Waffenlieferungen angekündigt.

Die sunnitische Extremistengruppe IS hat in den vergangenen Monaten große Teile Syriens und des benachbarten Irak unter ihre Kontrolle gebracht. Die Miliz agiert bei ihrem Vormarsch äußerst brutal, zuletzt erregte sie Aufsehen durch die per Video verbreitete Hinrichtung eines US-Journalisten.

Gebiete unter Kontrolle in Syrien und im Irak (Stand: 14. August)
DER SPIEGEL

Gebiete unter Kontrolle in Syrien und im Irak (Stand: 14. August)



insgesamt 29 Beiträge
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schmusel 20.08.2014
1. Klingt vernünftig
Ich frage mich aber jetzt schon, wie sich die Russen, Chinesen und das eine oder andere arabische Land aus der Verantwortung winden werden. Hoffentlich lässt Iran den markigen Worten auch mal handfeste Taten folgen. Die wären da besonders wichtig - und sollten besonders daran interessiert sein, diese Massenmörder auszumerzen.
BettyB. 20.08.2014
2. Interessant...
Will Hollande endlich die Unterstützer der IS finanziell ausboten? Und dass vielleicht sogar gemeinsam mit den USA? Da werden die Saudis sich aber wundern...
bumminrum 20.08.2014
3. warum
sollen die Sunniten denn eigentlich keinen eigenen Staat gründen. Der Irak entlag der ethnischen Linien teilen und gut ist es. Dann können die dort unten Kalifat spielen und das Mittelalter zurückholen. Wahrscheinlich ging es den Menschen damals besser als heute. Mit Waffen wird das nichts werden.
hermannheester 20.08.2014
4. Das Gießkannenprinzip genügt nicht!
Es genügt nicht, wenn einer der Verbündeten Bomben regnen lässt, der andere Schutzwesten liefert und der Dritte sich mit Schuss- ujnd Sprengwaffen profilieren will. Eine konzertierte Aktion der Gegenwehr tut not! Da aber ist die Weltgemeinschaft wieder einmal absolut am Ende ihres Lateins.
demokroete 20.08.2014
5. Woher hat die ISIS die Waffen ?
Hoffentlich fragt sich Hollande mal, wie die ISIS an die modernen Waffen und das Geld kommen konnte. Am besten fragt er mal in Washington. Weil die USA den Assad beseitigen wollten, haben sie diesen Geist aus der Flasche gelassen. Nun können sie selber zusehen, wie sie ihn da wieder reinbekommen. Als erstes könnten sie schon mal die reguläre syrische Armee unterstützen, immer noch besser als die Kurden.
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