Entführung in Syrien IS-Terroristen führen Geiseln aus Norwegen und China vor

Die Terrororganisation "Islamischer Staat" hat zwei Männer aus Norwegen und China in ihrer Gewalt. Die Dschihadisten verlangen Lösegeld, die Regierung in Oslo will sich auf diese Forderung nicht einlassen.

"Ich bin in Idlib, Syrien. Fahre morgen nach Hama. Habe es endlich geschafft." Diesen Eintrag hinterließ ein 48 Jahre alter Norweger am 24. Januar auf seiner Facebook-Seite. Es war bis zu diesem Mittwoch sein letztes Lebenszeichen.

Nun hat die Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) in ihrem Propagandamagazin "Dabiq" ein Porträt des Mannes veröffentlicht. Neben ihm haben die Dschihadisten auch einen 50-jährigen Chinesen in ihrer Gewalt. Der IS führt die Männer in gelber Gefängniskleidung vor.

Die Terrormiliz verlangt Lösegeld in nicht genannter Höhe für die Geiseln. Zynisch fügen die Entführer hinzu: "Dieses Angebot ist zeitlich befristet."

Die norwegische Regierung will sich nicht erpressen lassen. "Wir können nicht einknicken, und wir werden dem Druck von Terroristen und Kriminellen nicht nachgeben", sagte Ministerpräsidentin Erna Solberg in Oslo. "Norwegen zahlt kein Lösegeld."

Die Regierung geht davon aus, dass der Norweger bereits Ende Januar entführt wurde. Was der Mann in Syrien vorhatte, ist unbekannt. Offenbar wurde er zunächst von einer anderen Miliz verschleppt, die ihn später an den IS weiterverkaufte. Die Führung in Peking hat sich bislang nicht zu dem entführten Chinesen geäußert.

Der IS hat in den vergangenen Monaten mehrere ausländische Geiseln enthauptet. Damals hatten sie jedoch politische Forderungen an westliche Regierungen gerichtet.

syd/AP
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