Anti-IS-Koalition Großbritanniens Parlament stimmt für Luftangriffe in Syrien

Ja zu Luftangriffen gegen den "Islamischen Staat" in Syrien: Das britische Parlament hat sich lange geziert, jetzt stimmte es der Beteiligung an der französisch-amerikanischen Koalition mit breiter Mehrheit zu.

Premier Cameron im britischen Unterhaus: 397 Ja-Stimmen, 223 Nein-Stimmen
AP/Parliamentary Recording Unit

Premier Cameron im britischen Unterhaus: 397 Ja-Stimmen, 223 Nein-Stimmen


Das britische Parlament hat mit deutlicher Mehrheit für Luftangriffe auf die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) in Syrien gestimmt. 397 Abgeordnete votierten am Mittwochabend in London für den Vorschlag der konservativen Regierung, 223 Abgeordnete dagegen.

Nach den Anschlägen von Paris war die Bereitschaft zu einem militärischen Vorgehen gegen den IS gestiegen. Oppositionschef Jeremy Corbyn hatte zwar gegen die Ausweitung des Militäreinsatzes auf Syrien plädiert, den Labour-Abgeordneten aber zugestanden, ihrem Gewissen zu folgen und für die Abstimmung den Fraktionszwang aufgehoben. Der konservative Premierminister David Cameron konnte daher mit einer breiten Zustimmung zu seinem Vorhaben rechnen.

Zu Beginn der Debatte im Unterhaus rief der Regierungschef die Parlamentarier noch einmal zu einem Ja-Votum auf. "Wir sollten dem Aufruf unserer Verbündeten folgen", sagte Cameron.

Nach der Abstimmung schrieb er bei Twitter: "Das Unterhaus hat die richtige Entscheidung getroffen, um Großbritanniens Sicherheit zu bewahren."

Auch US-Präsident Barack Obama begrüßte das Votum Großbritanniens und nannte das Land einen der wichtigsten Partner für die USA im Kampf gegen den IS. Nun hoffe er auf eine rasche Beteiligung der britischen Luftwaffe an den Angriffen auf IS-Ziele in Syrien.

Frankreichs Präsident François Hollande versucht seit den Terroranschlägen vom 13. November in Paris, die internationale Anti-IS-Koalition auszuweiten. Er hatte die britischen Parlamentarier am Freitag zur Zustimmung zu den Militärangriffen aufgerufen. Großbritannien ist im Irak bereits an den Luftangriffen der US-geführten Koalition gegen den IS beteiligt.

Im August 2013 hatte das britische Parlament Cameron die Zustimmung für einen Militäreinsatz in Syrien noch verweigert. Damals wollte der Premier die Truppen von Syriens Diktator Baschar al-Assad bombardieren lassen. Diesmal allerdings soll es nicht gegen Assad, sondern gegen den IS gehen. Rund 4000 Menschen waren vor der Abstimmung in London auf die Straße gegangen, um gegen Luftangriffe zu protestieren.

sun/aar/dpa/AFP

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