Studie IS tötet binnen neun Monaten Tausende Zivilisten im Irak

Die Brutalität im Irak hat in diesem Jahr deutlich zugenommen: Mehr als 12.000 Zivilisten wurden dort laut einer Menschenrechtsorganisation allein seit Jahresbeginn getötet - vor allem Jesiden, Christen und Turkmenen.
Beerdigung eines schiitischen Irakers in Nadschaf: Tausende Tote

Beerdigung eines schiitischen Irakers in Nadschaf: Tausende Tote

Foto: STRINGER/IRAQ/ REUTERS

London - Im Irak sind in diesem Jahr mehr als 12.000 Zivilisten getötet worden. Die meisten davon sind Opfer der Terrormiliz "Islamischer Staat" und ethnischer Säuberungen geworden, wie aus einer Studie der Menschenrechtsorganisation Minority Rights Group International (MRG) hervorgeht. "Die Situation der Minderheiten im Irak ist eine fortschreitende Katastrophe", heißt es in dem Bericht .

Betroffen sind demnach vor allem Christen, Jesiden und Turkmenen - sie seien in den meisten Fällen Opfer von Morden, Entführungen und sexueller Gewalt geworden. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zwischen Januar und September hat sich die Zahl der Todesopfer im Irak damit verdoppelt: Knapp 6676 Zivilisten kamen MRG zufolge in den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres gewaltsam ums Leben. Dem Bericht zufolge sind allein eine halbe Millionen Menschen aus ihren Dörfern in der Provinz Ninewa vertrieben worden.

Raubüberfällen, Bombenanschlägen, Folter

Vor Kurzem hatte bereits Amnesty International der IS-Terrormiliz vorgeworfen, im Irak Kriegsverbrechen zu verantworten. Dort haben die IS-Dschihadisten zudem unter anderem Tausende jesidische Frauen versklavt.

Im Irak leiden Minderheiten seit vielen Jahren unter Verfolgung, Raubüberfällen, Bombenanschlägen und Folter, wie MRG-Chef Mark Lattimer erklärte. Die irakische Regierung habe gezeigt, dass sie "entweder unfähig oder nicht willens ist, die Sicherheit von Minderheiten zu schützen", sagte Lattimer weiter.

Die Situation im Irak hat sich zuletzt weiter zugespitzt: Die Dschihadisten der IS-Terrormiliz rücken dort weiter vor. Die Milizen des selbst ernannten "Kalifen" Abu Bakr al-Baghdadi hatten in den vergangenen Tagen mehrere Orte in der westirakischen Provinz Anbar eingenommen. Damit kontrollieren sie mittlerweile fast das gesamte Gebiet zwischen Bagdad und der syrisch-irakischen Grenze.

mxw/Reuters
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.