Selbstbau-Panzer von Mossul Die rollenden Bomben des IS

Der IS hat in der Schlacht um Mossul Dutzende Fahrzeuge als rollende Bomben eingesetzt. Die irakischen Sicherheitskräfte haben mehrere Werkstätten entdeckt, in denen die Autos umgerüstet wurden.

REUTERS

Der "Islamische Staat" (IS) in Mossul ist so gut wie besiegt, aber die Bürokratie des Terrors funktioniert noch. 482 Selbstmordattentate hat die Miliz seit Beginn der Schlacht vor neun Monaten nach eigenen Angaben verübt. Diese Zahl veröffentlichten die Dschihadisten in der Nacht zum Freitag.

Einen Großteil dieser Selbstmordattentate verübte der IS mithilfe sogenannter rollender Bomben. Dafür bauen die Terroristen zivile Autos um, versehen sie mit kugelsicheren Metallplatten und stopfen sie dann mit Sprengstoff voll. Selbstmordattentäter haben in den vergangenen Monaten weit mehr als hundert dieser Fahrzeuge in der Nähe von Armeeposten in Mossul in die Luft gesprengt. Wegen der Panzerung hatten die irakischen Soldaten oftmals keine Chance, die rollenden Bomben zu stoppen, bevor sie ihr Ziel erreichten.

Bei der Eroberung von Mossul haben die irakischen Sicherheitskräfte mehrere Werkstätten entdeckt, in denen die Dschihadisten zivile Autos für ihren Einsatz als todbringende Waffen umrüsteten. 23 dieser Fahrzeuge hat die irakische Polizei nun auf einem Gelände außerhalb der Stadt präsentiert. Die meisten dieser Autos sind Fahrzeuge der asiatischen Marken Toyota, Honda und Kia. Das US-Militär will nun prüfen, wie der IS in den Besitz dieser Modelle gelangt ist.

Videoanalyse: "Der schwierige Teil des Kampfs gegen den IS beginnt erst"

SPIEGEL ONLINE

syd/Reuters



© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.