Kampf gegen den IS EU-Kommissar warnt vor Folgen der Mossul-Offensive

Der Irak und seine Verbündeten wollen den IS aus Mossul vertreiben. EU-Sicherheitskommissar Julian King warnt: Im Fall einer Rückeroberung könnten gewaltbereite IS-Kämpfer nach Europa kommen.

Panzer in Mossul
REUTERS/RUDAW

Panzer in Mossul


Der EU-Sicherheitskommissar Julian King hat vor negativen Folgen der laufenden Großoffensive auf die irakische Stadt Mossul gewarnt. "Die Rückeroberung der nordirakischen IS-Hochburg Mossul kann dazu führen, dass gewaltbereite IS-Kämpfer nach Europa zurückkommen", sagte King der "Welt". Das sei eine sehr ernste Bedrohung.

Er gehe nicht von einem "Massenexodus von IS-Kämpfern nach Europa" aus. Aber: "Selbst eine kleine Anzahl stellt eine ernste Bedrohung dar, und hierauf müssen wir vorbereitet sein", sagte King. Wichtig sei jetzt, durch geeignete Maßnahmen Terroristen immer weniger Handlungsmöglichkeiten zu geben und "insgesamt unsere Widerstandsfähigkeit gegen die terroristische Bedrohung zu erhöhen".

Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) hatte die Millionenstadt Mossul im Juni 2014 vollständig unter ihre Kontrolle gebracht. Seit Monaten wurde die Großoffensive zur Rückeroberung der Stadt vorbereitet - sie ist die entscheidende Phase im Kampf gegen die Extremisten im Land.

Irakische Sicherheitskräfte begannen am Montagmorgen im Schutze der Dunkelheit mit der Operation. Nach Medienberichten sollen 30.000 Mann der Allianz etwa 4000 IS-Kämpfern gegenüberstehen. Irakische Streitkräfte und kurdische Peschmerga eroberten am ersten Tag nach Angaben von Kurden-Präsident Massud Barsani ein Gebiet von rund 200 Quadratkilometern.

Hilfsorganisationen sorgen sich um Zivilisten

Das Komitee vom Internationalen Roten Kreuz (IKRK) und Roten Halbmond in Genf forderte die Konfliktparteien auf, die in der Stadt lebenden Zivilisten zu schonen. "Es ist besonders wichtig, die Gesundheitseinrichtungen und deren Personal zu schützen", teilte das IKRK mit. Allen Bewohnern, die aus der Stadt fliehen wollten, sollte ein sicherer Korridor zur Verfügung stehen.

Amnesty International wiederum warnte vor schweren Menschenrechtsverletzungen gegen Flüchtlinge aus Mossul. Tausende Zivilisten, die bereits aus Gebieten unter IS-Kontrolle fliehen konnten, seien Opfer von Folter, willkürlicher Inhaftierung und außergerichtlichen Hinrichtungen geworden, heißt es in einem Bericht der Menschenrechtsorganisation. Er basiert auf Gesprächen unter anderem mit ehemaligen Gefangenen und Augenzeugen.

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aar/dpa



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