Putin zum russischen Syrien-Einsatz "Ich ordne an, mit aller Härte zu handeln"

Kreml-Chef Putin prahlt mit Erfolgen der Luftschläge in Syrien. Viele Stellungen des IS seien bereits zerstört worden. Es gehe aber darum, alle Standorte der Terrormiliz unverzüglich zu vernichten, die eine Bedrohung Russlands darstellten.

Wladimir Putin: Bedrohungen unverzüglich vernichten
AP

Wladimir Putin: Bedrohungen unverzüglich vernichten


Wen attackiert das russische Militär in Syrien? Präsident Wladimir Putin hat jetzt erneut versucht den Vorwurf zu entkräften, Ziel der Luftschläge seien die Rebellen und nicht der "Islamische Staat".

Stellungen des IS seien bereits erfolgreich zerstört worden, behauptete Putin am Freitag im russischen Fernsehen. Ziel müsse es sein, alle Standorte der Terrormiliz in Syrien, die russische Einheiten oder Infrastruktur bedrohten, unverzüglich zu vernichten. "Ich ordne an, mit aller Härte zu handeln", sagte Putin.

Russland habe bereits Maßnahmen ergriffen, um seine Soldaten und den Luftwaffenstützpunkt in Syrien zu schützen. Es seien zusätzliche Luftabwehrwaffen stationiert worden. Die Einsätze der Luftstreitkräfte würden von Kampfflugzeugen abgesichert.

Im Kampf gegen den IS unterstütze Russland auch die oppositionelle Freie Syrische Armee (FSA) mit Waffen, Munition und Luftunterstützung, sagte Putin. Mehrere Einheiten der FSA kämpften gemeinsam mit regulären syrischen Truppen gegen die Extremisten in den Provinzen Homs, Hama, Aleppo und Rakka.

Russland fliegt seit Ende September Luftangriffe in Syrien. Allein in den vergangenen drei Tagen sollen dabei nach Angaben Moskaus mehr als 600 Ziele ins Visier genommen worden sein. Offiziell richten sich die Attacken gegen den IS. Der Westen wirft den Russen jedoch vor, vorrangig gemäßigte Rebellen und Gegner von Machthaber Baschar al-Assad anzugreifen. Er ist ein Verbündeter Russlands.

Russisches Kampfflugzeug. Putin berichtet von Erfolgen
AP/ Russian Defense Ministry

Russisches Kampfflugzeug. Putin berichtet von Erfolgen

In dieser Woche hatte Russland nach eigenen Angaben auch erstmals mit einem U-Boot in die Kämpfe in Syrien eingegriffen. Die Besatzung der "Rostow am Don" habe mehrere Marschflugkörper des Typs Kalibr gegen Ziele der Terrormiliz eingesetzt, berichtete Verteidigungsminister Sergej Schoigu.

Putin ging in seiner Ansprache indirekt auch noch einmal auf den Abschuss eines russischen Flugzeugs durch türkisches Militär ein. Ohne Ankara zu nennen, warnte der Kreml-Chef vor weiteren Provokationen. Russland werde auf härteste Weise reagieren. Er sagte aber auch, es sei "wichtig, mit jeder Regierung zusammenzuarbeiten, die wirklich an der Auslöschung der Terroristen interessiert ist".

Zuvor hatte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu Moskau angeblich aufgefordert, ruhig zu bleiben. Die Geduld der Türkei sei nicht unbegrenzt. Diese Aussagen meldete die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf ein Interview des Ministers im Fernsehsender NTV.

Seit dem Abschuss des Kampfflugzeuges sind die Beziehungen zwischen Russland und der Türkei auf dem Tiefpunkt. Fast täglich kommt es zu gegenseitigen Vorwürfen, Strafmaßnahmen und Drohungen.

als/Reuters/AP

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