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03. März 2015, 18:19 Uhr

"Islamischer Staat" in Tikrit

Die Schlacht um Saddams Heimat

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Zehntausende Kämpfer rücken auf Tikrit vor, sie sollen die irakische Stadt vom "Islamischen Staat" befreien. Doch hält das Bündnis gegen die Dschihadisten? Drei Probleme zeichnen sich ab.

Die Offensive ist gewaltig. Beim bisher größten Angriff gegen den "Islamischen Staat" (IS) hat Bagdad nach eigenen Angaben 30.000 Kämpfer mobilisiert, von drei Richtungen rücken sie auf Tikrit vor. Und sie wollen erste Erfolge verbucht haben: Nördlich und südlich der Stadt hätten die Truppen die Dschihadisten bereits zurückdrängt, meldet die Regierung in Bagdad.

Tikrit ist ein wichtiger Test für die internationale Koalition gegen den IS. Denn echte Gebietsgewinne hat sie bisher fast nur in Regionen gefeiert, in denen dem IS ohnehin der Rückhalt fehlte. In Tikrit ist das anders. Erstmals greifen die Koalitionskämpfer eine Hochburg der Islamisten an: In der mehrheitlich sunnitischen Heimatstadt des früheren Diktators Saddam Hussein haben die Dschihadisten zahlreiche Sympathisanten.

Nur wenn es der Koalition gelingt, Tikrit zu stürmen, hat der Krieg gegen den IS im Irak Aussicht auf Erfolg. Die 100.000-Einwohner-Stadt liegt zwischen Bagdad und Mossul, das als nächstes zurückerobert werden soll. Misslingt dieser erste Versuch, sieht es für die Folgemissionen schlecht aus. Und davon muss es noch einige geben. Derzeit hat die Regierung in Bagdad ein Drittel des Staatsgebiets nicht unter ihrer Kontrolle.

Differenzen zwischen den Partnern

Das größte Problem in Tikrit könnte dabei nicht der IS sein, sondern die Koalition selbst. Es ist ein buntes Bündnis, das die Dschihadisten aus der Großstadt vertreiben will. Am Boden kämpfen Soldaten der irakischen Armee, die von den USA trainiert und beraten werden. Dazu kommen schiitische Milizen, die Iran unterstützt, und außerdem sunnitische Stammeskämpfer aus der Region.

Sie verfolgen zum Teil höchst unterschiedliche Interessen. Die Schlacht um Tikrit könnte sie zusammenschweißen oder aber ihre Differenzen noch verstärken.

Die Hauptprobleme im Überblick:

In Tikrit erwartet die Soldaten und Milizen ein brutaler Häuserkampf. Der IS hatte Zeit, sich vorzubereiten. Die Dschihadisten haben Sprengsätze gelegt, Minen vergraben und Heckenschützen in Position gebracht. Der IS hat in solch städtischen Guerilla-Kriegen beträchtliche Erfahrung. Schon die Vorläuferorganisation, die irakische al-Qaida, machte so den US-Soldaten im Irak das Leben schwer.

Die Schlacht könnte dauern, das zeigt schon der erste Tag: Die irakischen Soldaten und die schiitischen Einheiten nähern sich nur langsam der Stadt. Am Straßenrand lauern Sprengfallen, die Dschihadisten schicken ihren Gegnern Selbstmordattentäter in Autos entgegen. Doch selbst der schwierige Kampf um Tikrit ist erst der Anfang. Die Stadt nach einer Erstürmung dauerhaft zu halten, dürfte eine noch größere Herausforderung werden.


Zusammengefasst:

Die Schlacht um Tikrit hat begonnen, eine symbolisch und strategisch wichtige Großstadt im Irak. Der Kampf droht, die Probleme zwischen Schiiten und Sunniten weiter zu vertiefen. Nur wenn es gelingt, Tikrit zu erobern, kann der IS auch im Rest des Landes geschlagen werden.

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