Irak Kurden und Amerikaner melden Erfolg im Kampf gegen IS

Die kurdischen Peschmerga-Kämpfer sollen im Irak 700 Quadratkilometer zurückerobert haben. Offenbar konnten sie die Terrormiliz IS aus dem Sindschar-Gebirge vertreiben. Das US-Militär berichtet, mehrere IS-Anführer seien getötet worden.

Peschmerga-Kämpfer im Nordirak: Erfolg im Kampf gegen die Terrormiliz
AFP

Peschmerga-Kämpfer im Nordirak: Erfolg im Kampf gegen die Terrormiliz


Erfolg im Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS): Bei den Luftangriffen der US-geführten Allianz gegen die Dschihadistengruppe sind im Irak nach Pentagon-Angaben mehrere ranghohe Anführer getötet worden. Unter ihnen seien Abu Muslim al-Turkmani, der Stellvertreter von IS-Chef Abu Bakr al-Bagdadi, und der mutmaßliche Militärchef der Miliz, Abd al-Basit.

"Wir glauben, dass der Tod dieser Schlüsselanführer den IS im Kampf gegen die irakischen Sicherheitskräfte, Kurden und lokalen Milizen beeinträchtigt", sagte Pentagonsprecher John Kirby.

Die kurdischen Peschmerga-Kämpfer hätten die IS-Versorgungslinien durchschnitten und 700 Quadratkilometer Land zurückerobert, sagte der Präsident des Sicherheitsrats der autonomen Kurdengebiete, Masrur Barzani. Die wochenlange Belagerung der Sindschar-Berge durch den IS sei beendet, die Dschihadisten seien in ihre Hochburgen in Mossul und Tal Afar geflüchtet.

US-Generalleutnant James Terry sprach von hundert zurückeroberten Quadratkilometern. Aber auch er sagte: "Ich glaube, wir haben bedeutende Fortschritte gemacht, die Offensive aufzuhalten."

Dem Pentagon zufolge flog die US-geführte Militärallianz allein seit Montag mehr als 50 Luftangriffe gegen IS-Stellungen nahe des Sindschar-Gebirges. 8000 Peschmerga-Kämpfer sollen am Boden gekämpft haben.

1200 Jesiden harren noch immer in den Bergen aus

Im Sommer waren infolge der Blitzoffensive der Dschihadisten im Nordirak Zehntausende Jesiden in die karge Bergregion geflohen, wo sie weder Wasser noch Essen hatten. Die Angehörigen der kleinen religiösen Minderheit werden von den Extremisten als Teufelsanbeter verfolgt. Die Sorge vor einem Völkermord an den Jesiden war einer der Gründe, warum US-Präsident Barack Obama vor vier Monaten Luftangriffe gegen die Dschihadisten autorisierte.

Mit der Hilfe syrischer Kurdenkämpfer gelang es damals, einen Großteil der Flüchtlinge über die Grenze nach Syrien zu bringen, rund 1200 Familien harren aber weiter in den Bergen aus. Jesiden-Führer Said Hassan Said sagte, er sehe noch nichts von den Peschmerga. Der örtliche Peschmerga-Kommandeur Mohammed Kodschar versicherte aber, sie hätten eine Straße in die Berge gesichert und würden am Freitag beginnen, die Menschen in Sicherheit zu bringen.

Die IS-Miliz hatte im Sommer Teile des Westirak erobert und war bis nahe an die Hauptstadt Bagdad vorgedrungen. Auch Gebiete im Norden und Nordosten Syriens brachte die Gruppe in ihre Gewalt. Auf dem grenzübergreifenden Gebiet riefen die Extremisten ein Kalifat aus und verübten Gräueltaten an Andersgläubigen. Die von den USA geführte internationale Militärkoalition geht in beiden Ländern mit Luftangriffen gegen die IS-Kämpfer vor.

vet/AFP/dpa

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