Krieg im Nordirak US-Bomber drängen "Islamischen Staat" zurück

Kurdische Peschmerga-Kämpfer haben offenbar einen wichtigen Sieg gegen Krieger des "Islamischen Staats" bei Mossul errungen - dank massiver Luftschläge der USA. Kampfflugzeuge bombardierten die Miliz auch nahe einem wichtigen Stausee.

Kurdischer Peschmerga-Kämpfer nahe Zumar: Militärische Erfolge dank US-Luftunterstützung
AFP

Kurdischer Peschmerga-Kämpfer nahe Zumar: Militärische Erfolge dank US-Luftunterstützung


Mossul/Washington/New York - Kurdische Kämpfer haben im Nordirak einen strategisch wichtigen Berg von der radikalen Miliz "Islamischer Staat" (IS) zurückerobert. Das berichtet die BBC. Demnach sollen am Samstag bei dem Gefecht mehr als 30 IS-Kämpfer getötet worden sein. Die Kurden hätten dabei stark von Bombardements der USA profitiert.

Ein Vertreter der Kurden erklärte dem Sender, die US-Hilfe mache einen "großen Unterschied". Der Erfolg am Berg Zartak sei ein wichtiger Schritt zur Rückeroberung der Stadt Mossul von IS. Die Miliz hatte die Stadt im Juni eingenommen und seitdem gehalten.

Das US-Zentralkommando in Tampa im US-Bundesstaat Florida teilte am Samstag mit, in den vergangenen zwei Tagen sei die Terrormiliz erneut mit Kampfflugzeugen und Drohnen attackiert worden. Es seien mehrere Fahrzeuge zerstört und andere beschädigt worden. Insgesamt seien von den USA bisher 133 Angriffe geflogen worden.

Viele Tote bei Angriffen der syrischen Regierungsarmee

Am Sonntag flogen US-Kampfflugzeuge auch Angriffe auf Stellungen der IS-Miliz nahe dem Haditha-Stausee. So soll verhindert werden, dass der Damm an die Islamisten fällt. Die Luftschläge seien von der irakischen Regierung angefordert worden, deren Truppen an dem Bauwerk offenbar stark von IS-Kämpfern bedrängt werden. Die Angriffe sollten außerdem dazu dienen, US-Amerikaner und deren Einrichtungen zu schützen, sagte ein nicht namentlich genanntes Mitglied der US-Regierung der Nachrichtenagentur Reuters. Der Haditha-Damm staut den Euphrat auf und liegt gut hundert Kilometer von der syrisch-irakischen Grenze entfernt.

Viele Menschen fielen am Wochenende auch Luftangriffen der Regierungsarmee in Syrien zum Opfer, die eine IS-Hochburg im Nordosten des Landes attackierten. Eine syrische Menschenrechtsorganisation berichtete, allein beim Einschlag von Raketen nahe einer Bäckerei in der Stadt Al-Rakka seien 25 Menschen gestorben. Dabei seien außer IS-Kämpfern auch Zivilisten getötet worden, darunter mehrere Kinder. Dutzende seien verletzt, sodass die Zahl der Toten noch steigen könne. Andere Aktivisten berichteten von 35 Toten und mehr als 40 Verletzten.

Insgesamt soll die syrische Luftwaffe acht Angriffe geflogen haben, der Strom sei in der Stadt ausgefallen. Al-Rakka ist eines der wichtigsten Zentren der Extremisten, die neben Teilen des Nordost-Irak rund ein Drittel Syriens unter ihrer Kontrolle halten. Die syrische Armee hatte mit dem strategisch wichtigen Militärflughafen Al-Tabka ihre letzte Bastion in der Region an die Dschihadisten verloren.

Uno-Sicherheitsrat nennt Mord an Sotloff "abscheulich und feige"

Der Uno-Sicherheitsrat verurteilte am Wochenende die "abscheuliche und feige" Ermordung des Journalisten Steven Sotloff durch die Terroristen. Weiter hieß es, der Mord an Sotloff stelle erneut die Brutalität des IS unter Beweis, die Gruppierung müsse besiegt werden. Der Amerikaner war von einem Mitglied des "Islamischen Staats" vor laufender Kamera enthauptet worden, das Video hatte weltweit Entsetzen ausgelöst, die USA drohten mit Vergeltung.

Bei der Arabischen Liga werben die USA unterdessen für eine gemeinsame Haltung gegen IS. US-Außenminister John Kerry hat mit dem Chef der Arabischen Liga, Nabil al-Arabi, über die Bedrohung durch die dschihadistische Gruppe gesprochen. Ein ranghoher Vertreter des US-Außenministeriums sagte, beide Politiker sähen die "Notwendigkeit" einer "starken Haltung der Arabischen Liga und ihrer Mitglieder in der im Entstehen begriffenen Koalition" gegen die Terrormiliz. Wichtig sei ein entschiedenes Eingreifen, um den Zustrom ausländischer Kämpfer zum IS, dessen Finanzierungsquellen sowie dessen Agitation und Anwerbung zu stoppen. Der internationale Kampf gegen den IS müsse vornehmlich im Irak geführt werden, dort verlaufe die "Frontlinie".

cht/dpa/AFP/Reuters

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Teigkonaut 07.09.2014
1. zivilisationsfern
mit welcher Brutalität sowohl die IS, als auch Assad gegen die jeweils andere Seite zuschlagen. Leider ist die IS durch das Versäumnis der NATO die Freunde Syriens zu unterstützen und die Solidarität des lupenreinen Demokraten Putin mit Assad erst groß geworden. Die UN ist durch die Vielstimmigkeit ihrer Mitglieder und das Vetorecht ohnehin handlungsunfähig.
kritischefrage 07.09.2014
2. arabische liga
die machen doch auch nichts! trauen sich nicht und stehen doch ideologisch zur IS!!!! Diese scheinheiligen...
moussa2010 07.09.2014
3. wird langsam mal Zeit
das die Verursacher, die USA anfangen ihren "Dreck" wegzumachen. Lächerlich ist da nur die neue Allianz der arabischen Liga, wo doch Saudi Arabien und Katar Geldgeber des IS sind. Rekrutierer wie den Vogel und Lau wegen verfassungsfeindlichkeit ins Gefängnis, worauf wartet der deutsche Staat? Der zentral Rat der Muslime herr maziyek hat sich wegen der Sharia polizei echauffiert? Wow was ne Leistung, wo sind die Leute wenn es darum geht wenn unsere Religion durch Salafisten in den Dreck gezogen wird? Bei den Karikaturen hat der Herr medienwirksam Empörung gespielt, es sind weltweit tausende wegen dummer Bilder demonstrieren gegangen. Wenn es aber darum geht sich gegen dieses Krebsgeschwür IS zu stellen kommen nur vage Aussagen, organisiert mal Demos gegen Salafismus, ihr seit doch der Dachverband in Deutschland, Angst vor der eigenen Courage oder was?
compan 07.09.2014
4. Nur IS und Assad ?
Zitat von Teigkonautmit welcher Brutalität sowohl die IS, als auch Assad gegen die jeweils andere Seite zuschlagen. Leider ist die IS durch das Versäumnis der NATO die Freunde Syriens zu unterstützen und die Solidarität des lupenreinen Demokraten Putin mit Assad erst groß geworden. Die UN ist durch die Vielstimmigkeit ihrer Mitglieder und das Vetorecht ohnehin handlungsunfähig.
Warum nur IS und Assad? Die Iraker machen das selbe http://www.n-tv.de/politik/Irakische-Luftwaffe-bombardiert-Babystation-article13559111.html Was glauben Sie denn, wie ein Bombenkrieg aussieht? Da wird im Zweifelsfall alles zerstört, wo man potentielle Gegner vermutet, zumal die Zeit drängt. Der zweite Teil ist auch nicht richtig, denn der Vorläufer des IS ist während der Irak-Besatzung entstanden und durch die westliche Unterstützung der "Rebellen" in Syrien groß geworden.
mainemainung 07.09.2014
5. Gut so!
Die Amerikaner sind wenigstens tätig. Deutschland dagegen unterstützt im Grunde die IS durch "Toleranzgelaber" und gemütliche Freiräume für Islamisten - teilweise noch mit Unterstützung des Steuerzahlers für "islamische Kulturvereine" und ähnlichen Unsinn. Da brauchen wir uns über die "Scharia-Polizei" nicht zu wundern. Wahrscheinlich wird es in Bälde sowieso Scharia auf kommunaler Ebene geben.
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