"Islamischer Staat" CIA berichtet von mehr als 30.000 IS-Kämpfern

Der "Islamische Staat" rekrutiert anscheinend sehr erfolgreich: Nach Informationen des Geheimdienstes CIA kämpfen im Irak und in Syrien bereits bis zu 31.500 Islamisten für die Miliz.

Islamisten in Syrien: Rekrutierung läuft
AFP/ Ahrar al-Sham

Islamisten in Syrien: Rekrutierung läuft


Washington - Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) scheint mehr Kämpfer in den eigenen Reihen zu haben als bislang angenommen. Mittlerweile sind nach Angaben des US-Geheimdienstes CIA zwischen 20.000 und 31.500 Mitglieder im Irak und in Syrien im Einsatz. Das berichtet CNN unter Berufung auf einen CIA-Sprecher.

Seit Juni sei eine verstärkte Rekrutierung bei den Extremisten zu beobachten. Gründe für den gestiegenen Zulauf seien unter anderem "Erfolge auf dem Schlachtfeld und die Ausrufung eines Kalifates". Außerdem habe die Miliz zusätzliche Informationsquellen erschlossen.

Im Kampf gegen den IS kann Barack Obama auf eine zunehmend große Allianz hoffen. Zehn arabische Länder wollen sich an dem vom US-Präsidenten initiierten Bündnis mit Europa beteiligen. Auch Australien sowie Kanada und weitere Nato-Mitglieder wollen die Allianz unterstützen. Die Islamisten kontrollieren weite Teile des Irak und Syriens und massakrieren Andersgläubige.

In einer gemeinsamen Stellungnahme erklärten die zehn arabischen Länder nach einer Anti-Terror-Konferenz in der saudischen Hafenstadt Dschidda, sie seien übereingekommen, ihren Teil zum Kampf gegen die Extremisten beizutragen und die Militäraktion zu unterstützen. Das berichtete der arabische Nachrichtenkanal Al-Arabija. Mit seiner Reise in die Region versucht US-Außenminister John Kerry, mehr Staaten für die Ziele der USA zu gewinnen. Zuvor hatte er in Dschidda gesagt, im Kampf gegen den "Islamischen Staat" komme den Arabern eine führende Rolle zu.

Zu den Ländern gehören neben Saudi-Arabien und dem Irak auch Bahrain, Ägypten, Jordanien, Kuwait, der Libanon, Oman, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate. Sie sagten unter anderem zu, die Finanzströme der Extremisten und den Zulauf von ausländischen Kämpfern zu stoppen. Die Türkei, die ebenfalls an der Konferenz in Dschidda teilnahm, zählt nicht zu den Unterzeichnern der Erklärung. Aus Saudi-Arabien und Katar wurden die IS-Kämpfer zumindest in der Anfangszeit noch finanziert. Kerry wird in die Türkei und dann nach Paris weiterreisen.

Wann die USA mit Luftangriffen in Syrien beginnen könnten, ist noch unklar. Schon im Irak habe Obama zwar allgemeine Kriterien festgelegt, aber nicht jeden der bisher mindestens 150 Angriffe persönlich abgezeichnet, sagte sein Sprecher Josh Earnest. Die neuen Luftschläge seien auch nicht daran gebunden, vorher die gemäßigten syrischen Rebellen auszubilden, was Obama als zweiten Teil seiner Anti-IS-Strategie vorsieht. Er muss diesen Schritt erst vom Kongress genehmigen lassen, stößt dort teilweise aber auf Widerstand.

Australien erhöht Sicherheitsstufe auf "hoch"

Australien, einer der Verbündeten im Kampf gegen den IS, erhöhte erstmals in einem Jahrzehnt die Sicherheitsstufe. Die Alarmstufe wurde von "mittel" auf "hoch" gesetzt, wie Premierminister Tony Abbott am Freitag mitteilte. Dies beutet, dass ein "Terroranschlag" als wahrscheinlich gilt, auch wenn er nicht unmittelbar droht. Es gebe "bestimmte Personen, die die Absicht und die Fähigkeit haben, Attentate hier in Australien zu organisieren", sagte Abbott .

Es wird befürchtet, dass australische Extremisten, die im Irak und in Syrien für den IS gekämpft haben, zurück in Australien Anschläge verüben könnten.

als/dpa/AFP

insgesamt 40 Beiträge
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dresdner1966 12.09.2014
1. wie lange warnte
Assad vor radikalislamischen Milizen, die zu einem Riesenproblem werden könnten? Einziger Kommentar des Westens: "Lächerlich. ... Assad ist das Problem". Dümmer geht's nimmer...
fjtom1200 12.09.2014
2.
Die Frage ist doch, wieviel Rückhalt diese Leute in der Bevölkerung haben. Wir Deutsche wissen doch am besten wie es ist, wenn eine extremistische Gruppe das ganze Volk vereinnahmt. Dann muss man am Ende Krieg gegen das ganze Land führen... Deshalb ist bei den Gegenmaßnahmen gegen die IS sehr sorgfältig darauf zu achten, dass man nicht den Hass gegen den Westen bei der normalen Bevölkerung steigert und diese Leute in die Arme der Extremisten treibt.
prieten 12.09.2014
3. Wer bezahlt diese Truppen?
31000 Soldaten kosten jede Menge Geld für Rüstung und Verpflegung. Wer unterstützt sie? Katar? Saudi Arabien? Kuwait? Jetzt sind diese Länder Teil des Anti-IS Bündnis geworden?
t dog 12.09.2014
4. Gerade die Türkei
sollte doch ein Anliegen an einer schnellen Beendigung des syrischen Bürgerkrieges haben. Egal wer den Frieden wiederherstellt. Millionen syrische Flüchtlinge belasten den Wohlstand der türkischen Gesellschaft. Erdogan sollte mal das Gebetsbuch weglegen und den Taschenrechner in die Hand nehmen.
abraxas63 12.09.2014
5.
Sind wir jetzt soweit, dass langsam und scheibchenweise zugegeben wird, dass Saudi-Arabien und Katar den IS finanzier(t)en? Das Problem ist, er läuft nun aus dem Ruder und wird für die Finanziers selber zur Gefahr. Höchste Zeit, in wieder zurückzustutzen auf ein Niveau, wo er wieder dienlich sein kann und keine Gefahr darstellt. Lustig finde ich auch die Idee, die "gemäßigten" Rebellen auszubilden, während im selben Atemzug vom unheimlichen Rekrutierungserfolg des IS geredet wird, der vornehmlich aus Überläufern besteht. Begreift man eigentlich überhaupt nichts? Das Ergebnis wäre, dass man einerseits eine Truppe bekämpft, deren weiteren Zulauf man finanziert. Die Welt ist einfach nur noch irre...
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