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03. November 2014, 12:30 Uhr

"Islamischer Staat" in Syrien

Dschihadisten prahlen mit Eroberung von Gasfeld

Die Fahne des "Islamischen Staats" ist gehisst: Die Dschihadisten behaupten, ein Gasfeld in Syrien erobert zu haben - dazu zwei Panzer, Allradfahrzeuge und mehrere Maschinengewehre.

Beirut - 18 Fotos im Internet sollen es dokumentieren, eins zeigt die wehende Fahne des "Islamischen Staats" (IS): Die Terrormiliz will ein zweites Gasfeld in Syrien erobert haben. Laut ihren eigenen Angaben haben die Dschihadisten das Gasfeld Dschahar binnen einer Woche eingenommen. Das berichtet auch der Nachrichtendienst Site am Montag, der islamistische Internetseiten beobachtet.

Erst am vergangenen Donnerstag hatte der IS das größere Gasfeld Schaer unter seine Kontrolle gebracht. Laut der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden bei dem Angriff im Westen Syriens mindestens 30 regierungstreue Wachleute und Milizionäre getötet. Die Islamisten melden außerdem, sie hätten in Dschahar zwei Panzer, Allradfahrzeuge und mehrere Maschinengewehre erobert.

Die Islamisten haben in weiten Teilen Syriens und des benachbarten Irak ein Kalifat ausgerufen. Im Irak hatten die IS-Milizen bereits mehrfach Gas- und Ölfelder unter ihre Kontrolle gebracht. Eine von den USA angeführte internationale Militärallianz versucht, den IS mit Luftangriffen zurückzudrängen.

Stämme fordern mehr Waffen

Im Irak wurde in der vergangenen Woche über ein Massengrab mit 150 Leichen berichtet. Laut einem Stammesscheich wurde es in einem Flusstal nordwestlich der Stadt Ramadi in der Provinz Anbar entdeckt. Das berichtete die irakische Nachrichtenseite al-Sumaria. Nach Angaben des Scheichs soll der IS im Westen des Irak mehr als 200 Mitglieder eines sunnitischen Stammes umgebracht haben.

Jetzt fordern die Stämme in der westirakischen Provinz Anbar Unterstützung im Kampf gegen die Dschihadisten. Ein Vertreter im Provinzrat, Suhaib al-Rawi, erklärte am Montag, die Sunniten bräuchten deutlich mehr Waffen, um sich gegen den IS verteidigen zu können. Seinen Angaben zufolge gibt es bereits Beratungen mit der Regierung in Bagdad - auch über die Forderung nach raschen Waffenlieferungen.

Im Kampf um die syrisch-türkische Grenzstadt Kobane fordern kurdische Separatisten einen Vermittler - und schlagen die USA vor. Die Vereinigten Staaten hatten bereits erfolgreich vermittelt, dass irakische Kurden durch die Türkei nach Kobane reisen durften. Weil die PKK in der Türkei sowie in der EU und in den USA nach wie vor als Terrororganisation eingestuft wird, zögerte Ankara damit, deren Kämpfern in Kobane Hilfe zukommen zu lassen.

Nun sollen die USA bei Friedensgesprächen zwischen der PKK und der Türkei vermitteln, sagte PKK-Gründungsmitglied Cemil Bayik der österreichischen Zeitung "Der Standard". "Es gibt keine Lösung durch Krieg, also muss eine politische Lösung her", sagte Bayik. "Wir haben noch nicht den Punkt erreicht, an dem es Bewegung gibt. Deswegen schlagen wir eine dritte Kraft vor, die den Prozess überwacht. Das könnten die USA sein."

vek/Reuters/dpa

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