Terrorgruppe Pentagon warnt vor IS-Comeback in Syrien und im Irak

Der US-Präsident feierte bereits den vermeintlichen Sieg über den "Islamischen Staat" - doch sein Verteidigungsministerium sieht das anders: Der Einfluss der Terrorgruppe sei zuletzt wieder gewachsen.

Mitglied der irakischen Sicherheitskräfte: Fähigkeiten vor Ort immer noch begrenzt
SABAH ARAR/ AFP

Mitglied der irakischen Sicherheitskräfte: Fähigkeiten vor Ort immer noch begrenzt


Experten des US-Verteidigungsministeriums haben vor einem Wiedererstarken der Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) in Syrien und im Irak gewarnt. In Syrien nutze die Miliz nach dem Abzug von US-Soldaten die Schwäche einheimischer Sicherheitskräfte aus, heißt es in einem am Dienstag vorgelegten Bericht des Pentagon-Generalinspektors.

Der US-Abzug sei erfolgt, obwohl die von den USA unterstützen Syrischen Demokratischen Kräfte deutlich gemacht hätten, dass sie mehr Training und Ausrüstung für Antiterrormaßnahmen benötigten.

US-Präsident Donald Trump hatte im vergangenen Jahr einen Sieg über den IS in Syrien verkündet und einen Abzug der US-Streitkräfte aus dem Bürgerkriegsland angeordnet. Der Schritt wurde international, aber auch in den USA als verfrüht kritisiert. Der damalige Verteidigungsminister Jim Mattis trat aus Protest gegen die Entscheidung des Präsidenten zurück.

In dem nun vorgelegten Bericht des Pentagon-Generalinspektors heißt es, zwar habe der IS sein selbst ausgerufenes "Kalifat" in Syrien und im Irak verloren. In den vergangenen Monaten habe die Miliz aber ihre Fähigkeiten für aufständische Aktionen im Irak gefestigt. In Syrien sei der IS wieder erstarkt.

Terroristen wollen Regionen destabilisieren

Die US-Experten warnen, die Sicherheitskräfte beider Länder seien nach wie vor nicht in der Lage, längerfristige Operationen zu führen, mehrere Einsätze gleichzeitig zu führen, oder von der IS-Miliz befreite Gebiete zu sichern. Ziel der Dschihadisten sei es, in früher von ihnen gehaltenen Gebieten Unruhe zu stiften und die Behörden daran zu hindern, die Gebiete effektiv zu kontrollieren.

Der Bericht geht davon aus, dass die IS-Miliz 14.000 bis 18.000 Angehörige hat. Darunter sind demnach bis zu 3000 Ausländer.

jok/AFP



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neutralfanw 07.08.2019
1. Immer der Sieger
Trump erzählt ständig von seinen Siegen, Erfolgen und Deals. Der IS sei besiegt, das Verhältnis zu allen Staatspräsidenten/Friends bestens. Egal mit wem Trump verhandelt, er hat nichts Neues, Besseres oder Friedliches erreicht. Seine Fans - auch im SPON Forum - werden jetzt genau das Gegenteil behaupten. Wenn Trump eine Verhandlung verlässt, hat sich nichts geändert. Unsicherheit und Chaos bleiben. Er nennt es jeweils einen erfolgreichen Deal.
Stoapfaelzer 07.08.2019
2. Da bin ich schon verwundert,
Hat uns nicht der "greatest" Präsident Evers noch vor ein paar Wochen großspurig erklärt der IS wäre ganz und vollständig besiegt und man werde seine Truppen jetzt abziehen..... Typisch Amerika, erst was anzetteln, dann darauf hoffen das andere die Sache regeln wenn die Opfer zu hoch, die Sache zu teuer oder politisch unbeliebt wird und mit Tamtam abziehen
casper2019 07.08.2019
3. Kein Überraschung
İSİS wird wieder zurückkehren. Er wird die Situation ausnutzen weil die Amerikaner langsam wieder aus dem Region zurückziehen und AKP-Regime mit YPG, Syrische Arabische Armee mit Al Nusra sich bekämpfen. Derzeit warten sie noch auf den richtigen Zeitpunkt die werden aus den Tunnlen und Höhlen wieder rauskommen und wieder die Völker umbringen. Die haben vor 2-3 Monaten mehrere Selbstmordabschläge in Kirkuk verübt und wollten die Stadt überfallen. Da kam Mossul in meinen Gedächtnis. Würde mich nicht wundern wenn erste Nachrichten kommen das İSİS in Syrien und/oder in İrak Gefängnisse überfallt und ihre 'Freunde' befreien. İch denke das Erdogan und AKP auch wollen das ihre Freunde wieder erstärkt ihren 'Comeback' feiern. Darum wollen sie YPG und SDF angreifen. YPG/SDF werden sich auf den Kampf und ihre meiste Truppen an die Grenze schicken weshalb İSİS wieder aufersteht. Man muss auch nicht vergessen das YPG/SDF und die irakische Zentralregierung tausende von İSİS-Häflinge haben. Das sind geisteskranke, diebische kulturlose und mörderische Barbaren. Sie könnten jederzeit befreit und die ganze Region und Europa terrorisieren. Sanduhr läuft.
K:F 07.08.2019
4. USA auch hier desaströs
Die USA haben 2003 einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen den Irak geführt. Im Schlepptau mit GB. Bolton der Superstrtege hat die institutionelle Struktur des Irak so nachhaltig zerstört, dass der IS erst entstehen konnte. Denn die Fundamentalisten und Militärs waren ja da. Jetzt muss sich die Welt mit dem IS Terrorismus rumschlagen. Dank USA. Das gleiche Spiel verrichtet Trump mit Bomben Bolton nun gegen den Iran.
dirkcoe 07.08.2019
5. Ein voller Erfolg
Trump hat den Sieg verkündet - allerdings nur, weil er dringend eine positive Meldung brauchte. Wen interessieren da schon die Fakten? Also sucht er sich meinungs- und ahnungsfreie Lakaien, die seine Phantasien bestätigen. Das klassische Verhalten von Versagern.
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