Krieg in Syrien Peschmerga-Kämpfer sollen Kobane erreicht haben

Die Unterstützung ist offenbar da: Laut Beobachtungsstelle für Menschenrechte sind etwa zehn Kämpfer der kurdischen Peschmerga in Kobane eingetroffen. Die Männer aus dem Irak kamen über die Türkei in die umkämpfte Stadt.

Konvoi der Peschmerga-Kämpfer in der Türkei: Erste Unterstützung erreicht Kobane
REUTERS

Konvoi der Peschmerga-Kämpfer in der Türkei: Erste Unterstützung erreicht Kobane


Beirut - Die kurdischen Kämpfer in Kobane bekommen Hilfe: Die ersten zehn Peschmerga-Kämpfer haben offenbar ihr Ziel erreicht. Das meldet die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Die Soldaten aus dem Irak passierten die Türkei, um die syrische Grenzstadt zu erreichen. Die restlichen Peschmerga-Einheiten sollen Kobane demnach "in einigen Stunden" erreichen. Vor Ort wollen sie die Kurden im Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) unterstützen.

Die Beobachtungsstelle stützt sich auf ein Netzwerk von Informanten in Syrien. Ihre Angaben sind kaum unabhängig überprüfbar. Die Kämpfer aus dem Nordirak haben schwere Waffen dabei. Am Mittwoch waren 90 bis 100 Kurden-Kämpfer per Flugzeug in der Türkei eingetroffen. Eine zweite Gruppe ist mit schweren Waffen auf dem Landweg durch die Türkei unterwegs.

Dass die Peschmerga-Einheiten über die Türkei nach Syrien reisen dürfen, war lange umstritten: Weil die PKK in der Türkei sowie in der EU und in den USA nach wie vor als Terrororganisation eingestuft ist, zögerte Ankara damit, deren Kämpfern in Kobane Hilfe zukommen zu lassen. Immer wieder wurden kurdische Freiwillige, die sich den Volksschutzeinheiten anschließen wollten, von türkischen Grenzsoldaten abgewiesen.

IS-Angriff abgewehrt

Seit Anfang September versuchen Kämpfer des IS, Kobane zu erobern. Die Dschihadisten belagern die Grenzstadt von Westen, Süden und Osten aus. Die Kurden können lediglich aus dem Norden über die Türkei Verstärkung und Nachschub erhalten. Ankara verweigerte den Zugang aber wochenlang, was zu heftigen Protesten der Kurden führte. In mehreren türkischen Städten kam es zu teilweise gewalttätigen Zusammenstößen.

Zuvor war die IS-Miliz erneut mit dem Versuch gescheitert, der erwarteten Verstärkung für das belagerte Kobane den Weg abzuschneiden. Den Angriff der Extremisten auf die Verbindung zur türkischen Grenze schlugen die Verteidiger laut der Beobachtungsstelle zurück.

vek/Reuters/AP/dpa

insgesamt 34 Beiträge
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Hokuspokus 30.10.2014
1. Das ist doch nicht die Fußball WM !
Minutiöse Berichterstattung über Anzahl, Fahrtroute und Bewaffnung der Verstärkung ist sicherlich vor allem für den Gegner eine interessante Lektüre. Solche Angaben sollten von der Presse nicht veröffentlicht werden. Ich erinnere mich noch gut daran, wie im ersten Golfkrieg sämtliche Medien brav berichteten, dass die Invasion vom Meer her über Kuwait erfolgt. Letzten Endes lief der Angriff quer durch die Wüste. Aber die US Army hat halt im Gegensatz zu den Kurden eine gut funktionierende Propaganda Abteilung.
Zuversicht 30.10.2014
2. Geht es noch?
"Laut Beobachtungsstelle für Menschenrechte haben etwa zehn Kämpfer der kurdischen Peschmerga Kobane erreicht." Wow! 10 Kämpfer als Verstärkung! Da wird jetzt aber die ISIS Muffensausen kriegen. Bis zur Rückschlagung der IS dürfte es sich ja nur noch um wenige Tage, wenn nicht nur um Stunden handeln.... Ist eigentlich den Redakteuren klar was hier für ein Nonsens geschrieben wird? Oder ist der normale SPON Leser mittlerweile auf das Niveau von RTL2 abgesunken?
sudpol 30.10.2014
3.
und was wollen die Peshmerga gegen den IS ausrichten die sind doch mindestens genauso schlecht ausgerüstet wie die Kurden in Syrien. Oder hat unsere Super-uschi die alten Transall zum laufen bekommen ?
ernie78 30.10.2014
4. Im Nordirak und im Nordosten Syriens sind große Gebiete...
in IS hand. Die sollten erst mal versuchen diese Gebiete zu befreien. Ain al Arab ist militärisch eher ein klotz am Bein, weil man keine eigene Verbindung dorthin hat.
jakimboaz 30.10.2014
5. Schlaumeier
10 Peschmerga leisten sicherlich mehr als 100te Spiegel online Leser die nur schlaue Sprüche kloppen ... Anstatt sich lustig zu machen oder wahlweise über die Türken zu lästern sollte man sich fragen was Deutschland eigentlich beiträgt ... Ach ja , vergessen , wir waren ja die bösen Nazis und sind daher moralisch besser gestellt und finden Krieg gegen Unrechtssysteme verwerflich, und vergessen dabei dass wir uns nicht alleine von Hitler Deutschland befreit haben sondern auf alliierte "Peschmerga " gewartet haben
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