Tausende Kämpfer in Syrien und dem Irak US-Geheimdienste warnen vor Stärke des IS

Donald Trump hält den IS für besiegt und will deshalb Truppen abziehen. Aber US-Geheimdienste schätzen die Lage anders ein - die Terrororganisation sei in Syrien und im Irak weiterhin stark präsent.

IS-Kämpfer (im irakischen Mossul)
REUTERS/ Islamistische Propagandaseite

IS-Kämpfer (im irakischen Mossul)


US-Geheimdienstdirektor Dan Coats hat vor einem Nachlassen im Anti-Terrorkampf gewarnt. Die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) sei in Syrien und im Irak weiterhin mit "tausenden Kämpfern" präsent. Trotz ihre großen Verluste bei Führungspersonal und Territorium habe die Miliz zudem weiterhin acht Unterorganisationen und "mehr als ein Dutzend Netzwerke", heißt es in einem in Washington veröffentlichten Bericht für den Kongress. Coats ist der Leiter der 17 US-Geheimdienstbehörden.

Sein Report kommt damit zu einer anderen Lagebewertung als US-Präsident Donald Trump. Dieser hatte den Kampf gegen den IS im Dezember als "gewonnen" bezeichnet und deshalb den vollständigen Abzug der rund 2000 Soldaten aus Syrien angekündigt. Trump hat seine Ankündigung zum Truppenabzug allerdings seither stark relativiert.

Dan Coats
REUTERS

Dan Coats

Coats warnte, es sei "sehr wahrscheinlich", dass der IS weiterhin von Irak und Syrien aus Anschläge in anderen Ländern plane, darunter in den USA und bei deren westlichen Partnern. Denn ein Nachlassen im Anti-Terrorkampf würde der IS nutzen, um sich zu regenerieren und auch seine "verdeckte Präsenz" in verschiedenen Regionen auszuweiten.

Die USA stehen an der Spitze einer internationalen Koalition, die in Syrien den IS bekämpft. In Syrien sind etwa 2000 US-Soldaten stationiert, die offiziell zur Ausbildung und Beratung der syrischen Oppositionstruppen dort sind.

als/dpa



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