US-Militäreinsatz Terrormiliz "Islamischer Staat" bestätigt Tod von Baghdadi und ernennt Nachfolger

Am Sonntag verkündete US-Präsident Trump den Tod des Anführers des "Islamischen Staats", Abu Bakr al-Baghdadi. Die Terrormiliz hat dies nun bestätigt und gab einen neuen Anführer bekannt.

Abu Bakr al-Baghdadi
U.S. Department of Defense/ via REUTERS

Abu Bakr al-Baghdadi


Die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) hat den Tod ihres Anführers Abu Bakr al-Baghdadi bestätigt. Zum neuen Anführer sei Abi Ibrahim al-Haschimi al-Kuraschi ernannt worden, teilte die IS-Miliz am Donnerstag mit. Der IS bestätigte in der Audionachricht auch den Tod des weiteren ranghohen Mitglieds, Abu al-Hassan al-Muhadschir.

US-Präsident Donald Trump hatte die Tötung Baghdadis bei einem US-Einsatz in Nordsyrien am Sonntag verkündet; auch der damals vorgesehene Nachfolger Baghdadis war nach seinen Angaben getötet worden.

Baghdadi war bereits fünfmal für tot erklärt worden

Baghdadi war seit 2015 mindestens fünfmal tot gemeldet worden, bevor er tatsächlich starb. Spezialkräfte des US-Militärs hatten ihn vergangenes Wochenende in einem Gehöft im Nordwesten Syriens aufgespürt. Er war nach Aussagen von US-Präsident Donald Trump vor den Soldaten in einen Tunnel geflüchtet und zündete dort eine Sprengstoffweste.

Nach Angaben von General Kenneth McKenzie hatte sich Baghdadi mit zwei kleinen Kindern in dem Tunnel verschanzt, bevor er sich in die Luft gesprengt hat. Es sei ein "schwieriger, komplexer und präziser" Angriff gewesen, sagte McKenzie. Aus der Luft überwachten demnach Drohnen und Kampfflugzeuge den Einsatz. Baghdadis Hof wurde zum Abschluss bombardiert, um keine Pilgerstätte zu schaffen, wie der General sagte. Das Gelände gleiche nun einem "Parkplatz mit großen Schlaglöchern".

Eine monatelange Ermittlung sei dem Zugriff vorausgegangen, heißt es aus amerikanischen Quellen. Man habe zwar gewusst, dass Baghdadi in Idlib sei, aber nicht genau, wo. Die letzte Rebellenprovinz im Nordwesten Syriens wird militärisch weitgehend beherrscht von einer anderen Radikalengruppe, die früher als Nusra-Front mit al-Qaida verbündet war, sich dann umbenannte in Hayat Tahrir al-Scham. (Lesen Sie hier mehr über die letzten Wochen des Terroristenführers.)

Die Soldaten stellten in dem Haus eine "bedeutende" Menge Dokumente und elektronische Geräte sicher, die nun ausgewertet würden, sagte McKenzie. Die Spezialkräfte flogen in den acht Hubschraubern wieder quer über Syrien zurück zu ihrem US-Stützpunkt. Wie viele Soldaten an dem Einsatz beteiligt waren, hält das Militär geheim.

Ein Militärhund wurde beim Einsatz verletzt

Ein Militärhund, der Baghdadi in den Tunnel gefolgt war, wurde verletzt. Bislang wurde einzig ein Foto des Tieres veröffentlicht. Trump postete auf Twitter eine Fotomontage, auf der er dem Hund eine Medaille umlegt. Er sei ein "amerikanischer Held". Nebenbei enthüllte er auch den Namen des Hundes, der bislang geheim gehalten wurde: Conan. Dessen "Liveversion" werde "irgendwann" in der kommenden Woche ins Weiße Haus kommen, kündigte Trump an.

Neben dem Anführer wurden nach Angaben der USA fünf weitere IS-Kämpfer getötet und zwei Personen in Gewahrsam genommen. Muhadschir wurde nach Angaben Trumps bei einem weiteren Einsatz getötet.

Im Video: Der Angriff des US-Militärs auf Abu Bakr al-Baghdadi

Department of Defense/ AP

höh/AFP/Reuters/dpa

insgesamt 32 Beiträge
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Seite 1
Bernhard.R 31.10.2019
1. Von den Füßen auf den Kopf gestellt
Die Tötung des Chefs des Islamischen Staates durch US Soldaten in Syrien wird als Erfolg bewertet. Der Abzug der US Truppen aus Syrien wird kritisiert. Beide Militäreinsätze waren völkerrechtswidrig. Ihnen lag kein Mandat des (einzig dazu ermächtigten) UNO Sicherheitsrates zugrunde. Diese Ereignisse zeigen, wie weit sich die Staaten und deren Medien inzwischen vom Recht entfernt haben. Das gilt auch für die deutschen Flüge mit Militärmaschinen über Syrien und für den von AKK vorgeschlagene Sicherheitszone in Syrien.
Schnullerbacke 31.10.2019
2. @Bernhard R.
Ach ja, soll man für die Beseitigung eines für Massenmord Verantwortlichen vielleicht auch noch endlose UNO-Sitzungen und Abstimmungen abhalten. In welcher Welt leben Sie denn?
DJ Bob 31.10.2019
3. völkerrechtswidrig.
Zitat von Bernhard.RDie Tötung des Chefs des Islamischen Staates durch US Soldaten in Syrien wird als Erfolg bewertet. Der Abzug der US Truppen aus Syrien wird kritisiert. Beide Militäreinsätze waren völkerrechtswidrig. Ihnen lag kein Mandat des (einzig dazu ermächtigten) UNO Sicherheitsrates zugrunde. Diese Ereignisse zeigen, wie weit sich die Staaten und deren Medien inzwischen vom Recht entfernt haben. Das gilt auch für die deutschen Flüge mit Militärmaschinen über Syrien und für den von AKK vorgeschlagene Sicherheitszone in Syrien.
Wenn der IS einen Terroranschlag hier in D macht ist das auch "völkerrechtswidrig." und hat keinen Mandat von der UNO. Erleuchten sie uns mit einem Vorschlag wie man gegen einen Gegner kämpft der "asymmetrische" Mitteln benutzt? Brunnen zu bauen wird uns da nicht weiter helfen denke ich
Sleeper_in_Metropolis 31.10.2019
4.
Schade, das in dem Artikel nur mit einem Satz auf den vom IS ernannten Nachfolger eingegangen wird. Wer ist das ? Welche Funktion hatte er bisher im IS ? Warum wurde er zum Nachfolger bestimmt ? u.s.w.
der IV. Weg 31.10.2019
5. ein deutscher Schäferhund
auf den ist Verlass! Die Fotomontage ist so blöde, die passt perfekt zu Donald Dump.
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