Kampf gegen Dschihadisten Türkei bombardiert erstmals IS-Ziele in Syrien

Die türkische Armee hat zum ersten Mal Stellungen der Terrororganisation "Islamischer Staat" in Syrien angegriffen. Ankara reagiert damit auf die jüngsten Anschläge des IS in der Türkei.

REUTERS

Die Türkei greift in den Krieg gegen die Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) ein. In der Nacht bombardierte die Luftwaffe zum ersten Mal IS-Ziele in Syrien. Laut offiziellen Angaben aus Ankara richteten sich die Angriffe gegen drei Stellungen in der Nähe des Dorfes Havar. Der Ort liegt nahe der türkischen Grenzstadt Kilis auf syrischer Seite des Grenzzauns.

Der staatliche TV-Sender TRT berichtet, vier Kampfjets seien von einer Militärbasis in Diyarbakir aufgestiegen und hätten sich an den Angriffen beteiligt. Zum Zeitpunkt des Bombardements hätten sich die Flugzeuge über türkischem Gebiet befunden, der syrische Luftraum sei nicht verletzt worden.

Der private türkische Sender NTV berichtet, dass mindestens drei laute Explosionen von Kilis aus zu hören gewesen seien.

"Operation Yalcin"

Das Büro von Ministerpräsident Ahmet Davutoglu bestätigte, dass F-16-Kampfjets die Luftschläge auf Havar geflogen hätten. "Die türkische Republik ist entschlossen, alle nötigen Maßnahmen zur nationalen Sicherheit zu ergreifen", hieß es in einer Mitteilung.

Nach Informationen der Zeitung "Hürriyet" soll das Militär dem Angriff den Namen "Operation Yalcin" gegeben haben, um den türkischen Soldaten zu ehren, der am Tag zuvor durch IS-Beschuss ums Leben kam.

Am Donnerstag hatten IS-Kämpfer von Syrien aus auf einen türkischen Armeeposten in Kilis gefeuert und dabei einen Soldaten getötet. Das Militär erwiderte den Beschuss und tötete mindestens einen Dschihadisten.

Am Donnerstagabend hatte Ankara bereits der US-Armee gestattet, die türkische Luftwaffenbasis Incirlik für Angriffe auf den IS zu nutzen. Die türkische Armee selbst hatte sich bislang nicht direkt an der Militäroperation gegen die Terrororganisation beteiligt.

Am Montag wurden bei einem Selbstmordanschlag im türkischen Grenzort Suruc 32 Menschen getötet. Die Türkei macht den IS dafür verantwortlich.

syd/AP/Reuters

insgesamt 32 Beiträge
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kuac 24.07.2015
1. Bodentruppe...
Wer den Kampf gegen den IS tatsächlich gewinnen will, muss mit Bodentruppen operieren. Ausserdem, wenn Assad fällt, dann fallen auch seine militärische Resourcen in die Hände des IS. Daher, Erdogan muss seine Absichten gegen den Assad aufgeben, sonst stärkt er den IS.
auweia 24.07.2015
2. Hmm
Wenn ich mit Flugzeugen Ziele in einem Nachbarland angreife - ist es dann weniger schlimm wenn ich dabei den Luftraum des anderen Landes nicht verletze?
wiedumirsoichdir 24.07.2015
3. ..ist Erdogan wohl ein Licht aufgegangen,
dass man selbst auch mal das Ziel der IS sein könnte!!!
cato. 24.07.2015
4.
"Der staatliche TV-Sender TRT berichtet, vier Kampfjets seien von einer Militärbasis in Diyarbakir aufgestiegen und hätten sich an den Angriffen beteiligt. Zum Zeitpunkt des Bombardements hätten sich die Flugzeuge über türkischem Gebiet befunden, der syrische Luftraum sei nicht verletzt worden." Keine Ahnung aber Bomben und Raketen die in den Luftraum eines Landes eindrigen würde ich schon als eine Verletzung dessen sehen, egal von wo die Flugzeuge diese abgeworfen haben.
rmuekno 24.07.2015
5. Zuerst jahrelang den IS unterstützen
sowohl aktiv als passiv und nun wundern dass er auf eigenem gebiet zuschlägt. Pech Herr Erdogan, selber Schuld.
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