Pentagon-Chef Chuck Hagel sieht in IS-Miliz extreme Bedrohung der USA

"Das ist jenseits von allem, was wir kennen": US-Verteidigungsminister Chuck Hagel hat eindringlich vor der Miliz "Islamischer Staat" gewarnt. Noch nie habe es eine so hochentwickelte und gut finanzierte Terrorgruppe gegeben.
Pentagon-Chef: Chuck Hagel sieht in IS-Miliz extreme Bedrohung der USA

Pentagon-Chef: Chuck Hagel sieht in IS-Miliz extreme Bedrohung der USA

Foto: YURI GRIPAS/ REUTERS

Washington - Die Angst vor der islamistischen Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) wächst: US-Verteidigungsminister Chuck Hagel hat die Organisation als große Bedrohung für die Vereinigten Staaten bezeichnet. "Es ist weit mehr als eine Terrorgruppe", sagte Hagel. Sie sei "so hoch entwickelt und gut finanziert wie keine andere".

"Sie sind eine große Bedrohung für alle unsere Interessen, sei es im Irak oder irgendwo anders", sagte Hagel. Sie verfügten über ein hohes Maß an militärischem Können und seien daher besonders gefährlich. "Das ist jenseits von allem, was wir kennen", so Hagel weiter.

Hagel bestätigte die Fortsetzung der Luftangriffe gegen IS-Stellungen im Irak. "Wir verfolgen eine langfristige Strategie." Er betonte aber, dass der US-Einsatz begrenzt sei. Um die Extremisten vollständig zu besiegen, müsse der Irak seine innenpolitischen Probleme in den Griff bekommen, sagte Hagel weiter.

Warnung vor IS-Terroristen in westliche Staaten

US-Generalstabschef Martin Dempsey warnte vor der Gefahr, die von den Milizionären nach einem Ende der Kämpfe im Nahen Osten ausgingen: Die Gruppe könne eine unmittelbare Gefahr auch in westlichen Staaten bedeuten, wenn dort beheimatete Kämpfer aus dem Irak oder Syrien heimkehren würden.

Erst gestern hatte US-Präsident Barack Obama die IS-Terroristen scharf verurteilt und eine Fortsetzung der Luftschläge gegen die Gruppe im Irak angekündigt: "Wir werden unnachgiebig sein", erklärte er. Die Islamisten hätten "keine Wertschätzung für menschliches Leben", daher gebe es für sie "keinen Platz im 21. Jahrhundert". Ihre Opfer seien überwiegend Muslime, und kein Glaube lehre Menschen, Unschuldige zu massakrieren. "Kein gerechter Gott würde hinter dem stehen, was sie gestern getan haben und was sie jeden einzelnen Tag tun", sagte Obama.

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mxw/dpa/Reuters/AP
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