Kampf gegen den IS Obama schickt Spezialeinheiten nach Syrien

Die US-Regierung entsendet nach langem Zögern Bodentruppen nach Syrien. Nach Angaben aus dem Pentagon sollen mehrere Dutzend Spezialkräfte Rebellen im Kampf gegen den IS beraten.
Zerstörtes Kobane: USA schicken Spezialkräfte nach Syrien

Zerstörtes Kobane: USA schicken Spezialkräfte nach Syrien

Foto: Ahmet Sik/ Getty images

US-Präsident Barack Obama leitet einen Kurswechsel in der Syrienpolitik ein. Viereinhalb Jahre nach Beginn des Aufstands gegen das Assad-Regime sollen nun erstmals US-Soldaten in das Bürgerkriegsland geschickt werden.

"Weniger als 50" Spezialkräfte sollen syrische Rebellen im Kampf gegen die Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) "ausbilden und unterstützen".

Obamas Sprecher Josh Earnest sagte, der Elitesoldaten sei kein Abweichen von der bisherigen Linie, in Syrien nicht mit Bodentruppen zu intervenieren. "Unsere Strategie in Syrien hat sich nicht geändert", die Spezialkräfte hätten "keinen Kampfauftrag". Kern der Militärstrategie sei, örtliche Kräfte beim Kampf gegen den IS zu stärken.

Die Einheit soll laut Regierungsvertretern in den kommenden Tagen im Norden Syriens stationiert werden, wo kurdischen Milizen die Kontrolle haben. Noch am Freitag soll das Weiße Haus die Truppenentsendung offiziell bekannt geben.

Das US-Verteidigungsministerium machte deutlich, dass es sich um "eine begrenzte Operation" handele. Dennoch revidiert Obama damit seine bisherige Politik. Denn bislang hatte sich der US-Präsident deutlich dagegen ausgesprochen, Bodentruppen nach Syrien zu schicken.

Obama habe außerdem eine Verlegung einer nicht genannten Zahl an Kampfflugzeugen genehmigt. Demnach sollen A-10-Tiefflieger und F-15-Jagdbomber der US-Luftwaffe auf dem Militärstützpunkt Incirlik im Süden der Türkei stationiert werden.

Die Pläne werden zeitgleich mit dem Syrien-Gipfel in Wien bekannt. In der österreichischen Hauptstadt beraten die Außenminister der USA, Russlands, Irans, Deutschlands, Saudi-Arabiens und der Türkei über Schritte zur Lösung des Konflikts in dem Bürgerkriegsland. US-Außenminister John Kerry sagte in Wien, es sei Zufall, dass die Entscheidung mit der Konferenz zusammenfiel. Die Verhandlungen sollten dadurch nicht beeinflusst werden.

Im Video: Luftangriffe bei Damaskus

SPIEGEL ONLINE
syd/brk/sun/Reuters/AFP
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