Probleme beim Ölverkauf US-General sieht "Islamischen Staat" in Geldnot

Weil die Einnahmen aus dem Ölgeschäft zurückgehen, hat der "Islamische Staat" zunehmend Probleme, seinen Leuten Gehälter zu zahlen. Das sagt der US-Sonderbeauftragte für die Anti-IS-Allianz, John Allen, im SPIEGEL-Interview.
Sonderbeauftragter John Allen (im Juli 2012): "Nicht mehr mit vielen, sondern mit einer Stimme sprechen"

Sonderbeauftragter John Allen (im Juli 2012): "Nicht mehr mit vielen, sondern mit einer Stimme sprechen"

Foto: MOHAMMAD ISMAIL/ REUTERS

Hamburg - Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) hat wegen ausbleibender Einnahmen aus dem Ölgeschäft mit finanziellen Problemen zu kämpfen. Das sagte der Sonderbeauftragte der USA zur Koordinierung der internationalen Koalition gegen den IS, John Allen, im Interview mit dem SPIEGEL. (Lesen Sie das ganze Interview hier im aktuellen SPIEGEL).

Hintergrund sind demnach militärische Erfolge im Kampf gegen die Islamisten. "Unsere Militäroffensive hat dazu geführt, dass die Einnahmen der Gruppe aus dem Ölgeschäft deutlich zurückgegangen sind", sagte Allen. Derzeit falle es dem IS "erkennbar schwerer, die Gehälter zu zahlen".

Die zersplitterten syrischen Oppositionsgruppen forderte Allen auf, sich im Kampf gegen den IS unter einer einheitlichen Führung zusammenzuschließen. "Wir erhoffen uns, dass sie künftig nicht mehr mit vielen, sondern mit einer Stimme sprechen und mit einer abgestimmten Position auftreten", sagte Allen. "Diese Gruppen müssen endlich unter einer einheitlichen Führungsstruktur kämpfen."

Zugleich machte der Sonderbeauftragte den syrischen Machthaber Baschar al-Assad für den Aufstieg des IS verantwortlich. "Was er Syrien angetan hat, hat den Aufstieg von Gruppen wie Daisch und Dschabhat al-Nusra erst ermöglicht", sagte Allen, der für den IS nur den arabischen Begriff Daisch gebraucht. Der IS stelle zwar "eine eigene Gefahr für die amerikanischen Interessen und die USA selbst dar, aber ein Rückzug Assads und seiner Vertrauten wäre entscheidend für die Zukunft der Region." Ein Rückzug Assads vom Präsidentenamt wäre ein "großer Schritt, um die grundsätzlichen Probleme zu lösen oder zumindest anzugehen".

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