Kampf gehen Dschihadisten USA wollen Luftschläge gegen IS-Terroristen ausweiten

Im umkämpften Kobane gewinnen die Kurden weiter an Boden, die internationale Allianz gegen den IS greift weiter aus der Luft an. Die Attacken sollen sogar noch intensiviert werden, verspricht der US-Verteidigungsminister.

Explosion in Kobane: Weitere Erfolge gegen den IS
AFP

Explosion in Kobane: Weitere Erfolge gegen den IS


Washington/Kobane - Die USA wollen die Luftangriffe auf Stellungen der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) ausweiten. "Wenn die irakische Armee künftig stärker wird, werden sich Geschwindigkeit und Intensität der Kampagne unserer Koalition beschleunigen", sagte Verteidigungsminister Chuck Hagel bei einer Anhörung des Kongresses in Washington.

Der Vormarsch der IS-Terroristen im Irak sei "festgefahren, und in einigen Landesteilen von irakischen und kurdischen Truppen sowie Stammeskämpfern zurückgeworfen" worden, sagte Hagel weiter. Die Terrorgruppe stelle aber noch immer eine ernste Bedrohung der Interessen der USA und ihrer Verbündeten im Nahen Osten dar. "Es wird ein langer und schwieriger Kampf werden", sagte Hagel.

Die Dschihadisten mussten indes weitere Rückschläge im umkämpften Kobane hinnehmen: In heftigen Gefechten drängten kurdische Milizen die IS-Terroristen an der syrisch-türkischen Grenze weiter zurück. Die Kurden rückten nur langsam vor, um Verluste in den eigenen Reihen gering zu halten, sagte ein Sprecher der Verwaltung in Kobane. Luftschläge hätten zudem Versammlungen der Dschihadisten sowie einige Versorgungswege zum Ziel gehabt.

Schwarzer Rauch über Kobane

Von der türkischen Seite der Grenze aus waren am Donnerstag schwarze Rauchschwaden über Kobane zu sehen, zudem sollen Maschinengewehrsalven aus dem Zentrum heraus zu hören gewesen sein. Auch die oppositionelle Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete von heftigen Kämpfen in Kobane, insbesondere im Süden der Stadt.

Syrische und irakische Kurden kämpfen derzeit gemeinsam gegen IS-Einheiten in Kobane, nachdem vor zwei Wochen rund 150 kurdische Peschmerga aus dem Nordirak mit schweren Waffen in der Stadt eingetroffen waren. Unterstützt werden die Kämpfer dabei von den USA und ihren arabischen Verbündeten, die immer wieder Stellungen der Dschihadisten bombardieren.

Zuletzt war bekannt geworden, dass die kurdischen Verteidiger Boden gutgemacht haben und sich schwere Gefechte mit den Dschihadisten auf dem strategisch wichtigen Mischtanur-Hügel lieferten. Zudem hatten Peschmerga-Kämpfer im Nordirak mithilfe deutscher "Milan"-Panzerabwehrraketen einen Angriff der Dschihadisten gestoppt.

Die Vermutung, der IS-Anführer Abu Bakr al-Baghdadi könnte bei Luftschlägen ums Leben gekommen sein, hat sich indes nicht bestätigt: Eine am Donnerstag aufgetauchte Audiobotschaft legt nahe, dass der Terrorist noch lebt. Baghdadi ruft darin erneut zum Kampf auf - und prophezeit einen Vormarsch der Terrormilz bis nach Europa.

mxw/Reuters/dpa

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