Airbus-Absturz in Ägypten IS zeigt angebliche Flugzeugbombe von Scharm al-Scheich

Eine Getränkedose mit Sprengstoff, ein Zünder, ein Schalter - mit diesem selbstgebauten Sprengsatz will die Terrororganisation "Islamischer Staat" den russischen Airbus über dem Sinai zum Absturz gebracht haben.
Angeblicher Sprengsatz: IS zeigt Foto in Propagandablatt

Angeblicher Sprengsatz: IS zeigt Foto in Propagandablatt

Foto: Screenshot/ IS/ Propaganda

Die Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) hat eine neue Ausgabe ihres englischsprachigen Propagandamagazins "Dabiq" veröffentlicht. Darin zeigen die Dschihadisten ein Bild der Bombe, die den Absturz der russischen Passagiermaschine über dem Sinai Ende Oktober verursacht haben soll.

Demnach war der Sprengsatz in einer leeren Getränkedose versteckt. Außerdem sind auf dem Foto ein Zünder und ein Schalter zu erkennen. Ob es sich bei dem Sprengsatz auf dem Foto tatsächlich um die Bombe handelt, die den Airbus mit 224 Menschen an Bord zur Explosion brachte, ist aber unklar.

Zudem sind in dem Blatt Ausweise abgedruckt, die angeblich zu Passagieren der Maschine gehören sollen. Der IS hatte sich wenige Stunden nach dem Flugzeugabsturz behauptet, das Unglück verursacht zu haben. Bislang ließen die Terroristen aber offen, wie ihnen das gelang.

Mittlerweile geht auch Russland von einem Bombenattentat aus, Präsident Wladimir Putin hat eine Belohnung von 50 Millionen US-Dollar für Hinweise ausgelobt.

Der IS behauptet in seiner Propagandazeitschrift, es sei bereits vor einiger Zeit gelungen, die Sicherheitsvorkehrungen am Flughafen Scharm al-Scheich zu überwinden. Daraufhin hätten die Dschihadisten zunächst geplant, ein Flugzeug aus einem westlichen Land zum Absturz zu bringen. Nachdem Moskau aber Ende September begann, Stellungen des IS in Syrien zu bombardieren, habe man sich dazu entschieden, die Bombe in einem russischen Jet zu platzieren.

In dem Magazin bejubelt der IS zudem die Terroranschläge von Paris, gibt aber keine Informationen über Attentäter und Hintermänner preis.

Zum ersten Mal seit Februar dieses Jahres veröffentlicht die Terrorgruppe ein Lebenszeichen des Journalisten John Cantlie. Der Brite befindet sich seit knapp drei Jahren in IS-Gefangenschaft.

Außerdem zeigen die Dschihadisten Fotos, auf denen offenbar die Leichen zweier ausländischer Geiseln zu sehen sind. Im September hatte der IS verkündet, zwei Männer aus Norwegen und China in seiner Gewalt zu haben. Die Terrormiliz verlangte Lösegeld in nicht genannter Höhe für die Geiseln. Nun wurden sie offenbar umgebracht.

syd
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