Weltkulturerbe gesprengt Dschihadisten zerstören auch antike Stadt Hatra

Krieg der Vergangenheit: Die IS-Terrormiliz hat nach Angaben der irakischen Regierung ein weiteres Unesco-Weltkulturerbe zerstört. Demnach sprengten die Dschihadisten die Ruinen in der Jahrtausende alten Stadt Hatra.
Weltkulturerbe Hatra (Archivbild): Ruinen offenbar vom IS zerstört

Weltkulturerbe Hatra (Archivbild): Ruinen offenbar vom IS zerstört

Foto: ANTONIO CATANEDA/ AP

Hatra - Mit Planierraupen wüteten sie bereits im nordirakischen Nimrud und verwüsteten Tempelanlagen. Nun meldet das Ministerium für Tourismus und Antike, dass die Terroristen des "Islamischen Staates" (IS) die Zerstörung von antiken Stätten im Irak fortsetzen. Die Reste der über 2000 Jahre alten Stadt Hatra im Norden des Landes seien zerstört worden. Hatra steht als Weltkulturerbe auf der Unesco-Liste.

Entsprechende Berichte habe das Ministerium von Mitarbeitern aus der Islamisten-Hochburg Mossul erhalten, sagte ein Mitarbeiter der Nachrichtenagentur Reuters. Zuvor hatten Mitarbeiter der Universität von Mossul die Sprengung gemeldet. "Das stellt einen Verlust dar, der nicht aufgewogen werden kann", sagte Hamid al-Dschuburi, Leiter der Abteilung für Altertümer der Universität, der Nachrichtenagentur dpa.

Krieg gegen die Vergangenheit

Hatra liegt rund 110 Kilometer südlich der IS-Hochburg Mossul in der irakischen Provinz Ninive. Die Stadt beherbergt gut erhaltene assyrische Ruinen, die bis ins dritte Jahrhundert vor Christus zurück datieren. In ihrem Wert ist Hatra mit den Ruinenstädten des syrischen Palmyra und des libanesischen Baalbek vergleichbar.

Der IS hat der Vergangenheit den Krieg erklärt. Systematisch verwüstet die Terrormiliz jahrtausendealtes kulturelles Erbe einer Zivilisation, die in ihrer Zeit als Weltmacht galt. Bereits Ende vergangener Woche hatten Kämpfer die einstige assyrische Hauptstadt Nimrud knapp 40 Kilometer südlich von Mossul angegriffen.

Nach Angaben des irakischen Altertumsministeriums hatten die Extremisten die Stadt am Donnerstag überrannt. Dann hatten sie damit begonnen, die antike Stätte mit schwerem Gerät zu zerstören. In Videos zeigten die Dschihadisten zudem die Zerstörung wertvoller Statuen.

vek/dpa/Reuters