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IS-Anhänger in Hatra: Zerstörungswut gegen vermeintliche Götzen

Foto: AP

"Islamischer Staat" im Irak Video zeigt Zerstörung von Weltkulturerbe

Der "Islamische Staat" hat in der antiken Stadt Hatra irreparablen Schaden angerichtet. Ein Video zeigt, wie die Terrorgruppe das kulturelle Erbe des Irak verwüstet.

Mit Gewehren schießen sie auf Büsten, mit Vorschlaghämmern zerstören sie Statuen: Ein der Terrorgruppe "Islamischer Staat" (IS) zugeschriebenes YouTube-Video  zeigt, wie Kämpfer in den Ruinen des Weltkulturerbes Hatra im Norden des Irak wüten. Die Nachrichtenagentur Associated Press hat einen Zusammenschnitt der insgesamt rund siebeneinhalb Minuten langen Aufnahme erstellt.

Die IS-Bilder, hochgeladen am 4. April, erscheinen auf traurige Weise vertraut. Die Terrorgruppe sieht die Zerstörung der Kulturschätze als Teil ihrer Mission, als Zerstörung von Götzen - aber auch als Einnahmequelle: Der IS bessert durch Plünderungen und den Verkauf der Beute die Kriegskasse auf. Die Unesco bezeichnet das Vorgehen als "Politik der verbrannten Erde".

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Wie einst die Taliban mit den weltberühmten Buddhastatuen von Bamiyan machen die IS-Terroristen nun das irakische Kulturerbe zunichte. Erst Mossul, dann Ninive und Nimrud - dann Hatra.

Bereits im März hatte das irakische Ministerium für Tourismus und Antike bekannt gegeben, dass der IS Hatra mit Bulldozern zerstört habe. Nun gibt es offenbar die Bestätigung per Video. Eingangs ist eine Luftaufnahme zu sehen, in der die zu zerstörenden Teile Hatras markiert werden.

Laut "Guardian"  ist in dem Video ein IS-Kämpfer mit den Worten zu hören: "Der Islamische Staat hat uns geschickt, um diese Götzen zu zerstören." Manche Organisationen der "Ungläubigen" bezeichneten die Zerstörung "vermeintlicher Artefakte" als Kriegsverbrechen. "Wir werden eure Artefakte und Götzen überall zerstören, und der Islamische Staat wird eure Länder beherrschen."

Die Architektur der Ruinen von Hatra vereint römische, hellenische, arabische und persische Einflüsse. Die Stätte steht auf der Liste des Unesco-Weltkulturerbes. Bis zum Einfall der IS-Terroristen beherbergte die Stadt gut erhaltene assyrische Ruinen, die bis ins dritte Jahrhundert vor Christus zurückdatieren. Die Unesco schreibt , die erhaltene Architektur zeuge von der Größe der Zivilisation, deren Zentrum die Stadt einst gewesen sei.

ulz
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