Israel Armee stellt Sechs-Tage-Krieg auf Twitter nach

Die israelische Armee hat Twitter für ihre Propaganda entdeckt. Zum Jahrestag des Sechs-Tage-Krieges begann die Armeeführung mit einer minutengenauen Dokumentation des Geschehens im Kurznachrichtendienst.

Israelische Soldaten im Gaza-Streifen (Archiv 1967): Noch einmal Krieg per Tweet
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Israelische Soldaten im Gaza-Streifen (Archiv 1967): Noch einmal Krieg per Tweet


Jerusalem - 46 Jahre ist es her - jetzt stellt die israelische Armee das Militärgeschehen von 1967 minutengenau auf Twitter (@IDF1967) nach. Noch einmal starten Kampfjets zum Krieg gegen Ägypten, Syrien und den Irak auf - per Fotos und Filmausschnitten via Kurznachrichtendienst. Die Armee begann Punkt 7.45 Uhr Ortszeit zu twittern und will jedes Ereignis des Sechs-Tage-Kriegs in der gleichen Minute bekanntgeben, wie es sich 1967 ereignete, meldete die israelische Zeitung "Ha'arez".

Laut Nachrichtenagentur AFP hieß es in der ersten Kurzmeldung: "Als Antwort auf wiederholte Provokationen durch Ägypten, ziehen der Staat Israel und seine Streitkräfte in den Krieg. Wir werden nicht untätig bleiben, während die Feinde die Schlinge um unseren Hals zuziehen." Die Tweets sind überwiegend auf Hebräisch verfasst. Das Konzept scheint aufzugehen - schon am Mittwochnachmittag hatte @IDF1967 mehr als tausend Follower, also Abonnenten.

Ein Armeesprecher bestätigte, dass das Twitterkonto von den israelischen Streitkräften betrieben werde. Man habe vor, die entscheidenden Ereignisse der Kämpfe mit den Armeen aus Ägypten, Jordanien und Syrien zwischen dem 5. und dem 10. Juni in Form von Kurzmeldungen, Bildern und Videos darzustellen. Israel hatte den Krieg 1967 mit einem Überraschungsangriff auf Ägypten begonnen. Er endete mit der Niederlage Ägyptens, Syriens und Jordaniens

Schwarz-Weiß-Aufnahmen, die einigen Dutzend Tweets beigefügt sind, zeigen vorrückende Soldaten und Panzer in der Sinai-Wüste, Kartenmaterial, Kampfpiloten in Cockpits und Filmschnipsel mit Kampfhandlungen.

Die Palästinenser begingen den Jahrestag das Krieges wie jedes Jahr mit Trauerkundgebungen. Sie nennen ihn "Naksa", den Tag des Rückschlags.

mli/AFP



insgesamt 8 Beiträge
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harlekinsbg 05.06.2013
1. oha!
na da soll noch einer sagen israel verhalte sich provokativ! aber woher denn? :-)
johny walker 05.06.2013
2.
Zitat von harlekinsbgna da soll noch einer sagen israel verhalte sich provokativ! aber woher denn? :-)
Geschichtsunterricht kann man langweilig finden, aber provokativ?
phoenix.gp 05.06.2013
3. Geschichtsunterricht
Also ich find das spannend, könnt ihr von Spiegel dazu mal was schreiben?! Ich mein ich hab 1967 noch nicht gelebt
jonnyT 05.06.2013
4. Israel träumt noch ...
... den alten Tagen hinterher. Leider hat sich das Machtverhältnis geändert. Israel hat damals den 6-Tage Krieg gewonnen, mithilfe hochrangige Verräter in den arabischen Armeen. Der Israelische Mythos "Die unbesiegbare Armee" hat spätestens nach dem Libanonkrieg 2006 keine Bedeutung mehr.
irobot 05.06.2013
5.
Zitat von phoenix.gpAlso ich find das spannend, könnt ihr von Spiegel dazu mal was schreiben?! Ich mein ich hab 1967 noch nicht gelebt
Einfach bei youtube nach "six day war documentary" oder "sechs tage krieg doku" suchen. Da gibt es etliche Infos. Als Buch empfehle ich Tom Negev - 1967". Ist von der Art her ein wenig gewöhnungsbedüftig aber lesenswert.
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