Israels Regierungschef Netanyahu triumphiert im Partei-Wahlduell

Israels Premier Netanyahu bleibt Vorsitzender der Likud-Partei. Der 70-Jährige bezwang seinen Widersacher Gideon Saar deutlich - und der will ihn ab sofort unterstützen.
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu (Archivbild): "Großer Sieg"

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu (Archivbild): "Großer Sieg"

Foto: Ronen Zvulun/ dpa

Benjamin Netanyahu sprach schon früh von einem "großen Sieg": Auf Twitter schrieb Israels Premier in der Nacht auf Freitag von seinem Erfolg bei der erneuten Wahl zum Vorsitzenden der rechtskonservativen Regierungspartei Likud. Inzwischen bestätigen die Zahlen seine erste Selbsteinschätzung.

Der Ministerpräsident lag nach Auszählung aller Stimmen bei 72,5 Prozent, Ex-Minister Gideon Saar bei 27,5 Prozent, wie die Partei in der Nacht zum Freitag mitteilte. Saar erklärte, dass er trotz seiner klaren Niederlage nicht bereue, ins Rennen gezogen zu sein. "Ich bin zufrieden mit meiner Entscheidung, angetreten zu sein", twitterte er. Er kündigte zudem an, Netanyahu von jetzt an unterstützen zu wollen.

Zu der Wahl hatte Netanyahus Widersacher Saar kurz nach der Verkündung der Korruptionsanklage gegen den Premier im November aufgerufen. Netanyahu ist der erste amtierende Regierungschef Israels, der unter Anklage steht. Ihm werden Betrug, Bestechlichkeit und Untreue vorgeworfen - im Amt bleiben will er trotzdem. Die gegen ihn erhobenen Vorwürfe bezeichnet er als politisch motiviert.

Drei Anläufe - doch noch immer keine Regierung

"Die Menschen wollen Veränderung", hatte der 53-jährige Saar bei der Eröffnung seiner Wahlkampagne Mitte Dezember gesagt. Der Knesset-Abgeordnete gilt seit Jahren als wichtigster parteiinterner Konkurrent Netanyahus.

Damit ist Netanyahu nun Spitzenkandidat der rechtsgerichteten Partei bei der vorgezogenen Neuwahl im März - der dritten Parlamentswahl in Israel binnen eines Jahres. Der Schritt war nötig geworden, nachdem weder Netanyahu noch Oppositionsführer Benny Gantz nach den letzten Wahlen im September eine Regierung bilden konnten.

Auch nach den Wahlen im April hatte es keine klaren Mehrheiten für die Likud-Partei oder die Mitte-Rechts-Liste Blau-Weiß von Gantz gegeben. Neuwahlen könnten jüngsten Umfragen zufolge jedoch wieder auf ein Patt hinauslaufen.

jok/dop/dpa/AFP