Nach Angriffen aus Gaza Israel beschießt Hamas-Ziele

Kampfjets aus Israel haben eine Marinebasis der radikalislamischen Hamas im Norden des Gazastreifens bombardiert. Israel reagierte damit auf Raketenangriffe aus dem Palästinensergebiet.

Israelische Soldaten am Gazastreifen: Die vereinbarte Waffenruhe ist wieder brüchig geworden
Said Khatib/ AFP

Israelische Soldaten am Gazastreifen: Die vereinbarte Waffenruhe ist wieder brüchig geworden


Als Reaktion auf Angriffe militanter Palästinenser aus dem Gazastreifen hat Israels Luftwaffe in der Nacht zum Donnerstag mehrere Ziele in dem Küstenstreifen beschossen. Eine israelische Armeesprecherin sagte, es seien zwei Geschosse in Israels Grenzgebiet eingeschlagen. Daraufhin hätten Kampfflugzeuge mehrere militärische Ziele in einer Marine-Einrichtung der im Gazastreifen herrschenden Hamas beschossen. Auf beiden Seiten gab es keine Berichte zu möglichen Verletzten.

Vor zwölf Jahren hatte Israel eine Blockade über das Küstengebiet verschärft, inzwischen trägt Ägypten diese mit. Die EU, Israel und die USA stufen die Hamas als Terrororganisation ein. Letztere hatte nach ihrem Wahlsieg 2006, der international nicht akzeptiert wurde, 2007 gewaltsam die Kontrolle im Gazastreifen übernommen.

Neun Palästinenser in diesem Monat getötet

Eine von Ägypten vermittelte Waffenruhe zwischen Israel und der im Gazastreifen herrschenden radikalislamischen Hamas war zuletzt immer brüchiger geworden. Seit März 2018 demonstrieren Palästinenser regelmäßig gegen die Blockade des Küstenstreifens. Die Demonstrationen münden häufig in Zusammenstöße mit israelischen Soldaten.

Seither wurden mindestens 305 Palästinenser getötet, die meisten während solcher Proteste und Zusammenstöße. Die Zahl der getöteten Israelis liegt bei sieben. In diesem Monat sind bereits neun militante Palästinenser getötet worden.

Die Hamas wirft Israel vor, sich nicht an Waffenruhe-Vereinbarungen zu halten. Ein Sprecher warnte vor einer neuen Eskalation der Gewalt, sollte die Situation sich nicht ändern. Am Donnerstag wurde im Gazastreifen ein Gesandter Katars mit einer neuen Geldlieferung erwartet. Im Zuge einer Waffenruhe soll Israel sich unter anderem dazu verpflichtet haben, die Einfuhr von mehr Treibstoff für das Kraftwerk im Gazastreifen zu erlauben sowie den Transfer von Millionengeldern aus dem Golfemirat.

Im Gazastreifen leben rund zwei Millionen Menschen unter schwierigen Bedingungen, es mangelt an Trinkwasser und Strom. Binnen einem Jahrzehnt kam es zu drei Kriegen zwischen der Hamas und Israel.

mfh/AFP/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.