Gewaltausbruch am Gazastreifen Bundesregierung verurteilt Raketenbeschuss der Hamas

Außenminister Maas spricht angesichts der Raketenangriffe der radikalislamischen Palästinensergruppe Hamas auf Israel von "abscheulichem Terror" und zeigt sich erleichtert über die Feuerpause im Gazastreifen.

Raketen aus dem Gazastreifen
REUTERS/Mohammed Salem

Raketen aus dem Gazastreifen


Nach der jüngsten Eskalation im Gazastreifen hat die Bundesregierung den Raketenbeschuss der Hamas auf Ziele in Israel "auf das Schärfste" verurteilt. "Es kann für diese Gewalt gegen unschuldige Zivilisten keine Rechtfertigung geben", sagte Vizeregierungssprecherin Ulrike Demmer. "Israel hat das Recht, seine Sicherheit zu verteidigen und auf Angriffe angemessen zu reagieren."

Außenminister Heiko Maas (SPD) bezeichnete die Angriffe der Hamas als "abscheulichen Terror gegen die Zivilbevölkerung". "Wir sind erleichtert, dass heute Nacht dank der Vermittlungsbemühungen Ägyptens und der Vereinten Nationen eine Feuerpause in Kraft getreten ist" sagte Maas. Raketenangriffe aus Gaza auf israelische Zivilisten seien nicht hinnehmbar und würden keine Probleme lösen. Den erreichten Waffenstillstand bezeichnete Maas als Grundlage für eine dauerhafte Beruhigung der Lage.

Am Wochenende war es zum heftigsten Gewaltausbruch seit dem Gazakrieg 2014 gekommen. Mehr als zwei Dutzend Menschen starben dabei. Vier Israelis wurden am Sonntag bei massiven Raketenangriffen aus Gaza getötet und mehr als hundert verletzt. Militante Palästinenser hatten nach israelischen Armeeangaben seit Samstag etwa 700 Raketen auf Israel abgefeuert. Angriffe der israelischen Armee töteten nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza am Sonntag 19 Palästinenser - zusätzlich zu den sechs Todesopfern vom Vortag. Etwa 160 Palästinenser seien verletzt worden.

Seit dem Morgen gilt Berichten zufolge eine Waffenruhe zwischen Israel und den Palästinensern. Dafür gab es jedoch von keiner Seite eine offizielle Bestätigung, aber die gegenseitigen Angriffe hörten über Nacht auf. Bis zum Nachmittag gab es keine neuen Raketenangriffe aus dem Küstenstreifen und Israels Luftwaffe griff keine Ziele mehr an.

Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu betonte jedoch am Montag, der Kampf gegen die militanten Palästinenserorganisationen sei noch nicht beendet. "In den letzten beiden Tagen haben wir Hamas und Islamischer Dschihad mit großer Macht attackiert, wir haben mehr als 350 Ziele beschossen", sagte er. "Die Kampagne ist noch nicht vorbei, sie braucht Geduld und Augenmaß. Wir sind bereit, weiterzumachen." Wichtigstes Ziel sei es, Ruhe und Sicherheit für die Einwohner des israelischen Südens zu erzielen.

asc/dpa

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